Ein vorerst Unbekannter verunstaltete eine Innviertler Gemeinde mit mysteriösen „Graffitis“, deren Bedeutung zunächst unklar war. Dank der aufmerksamen Bevölkerung konnte die Polizei den Verdächtigen ausforschen – es soll sich um einen aus Linz „zoagroasten“ Linksextremen handeln.
Wer aus Linz in eine 2300-Einwohner-Gemeinde im Innviertel zieht, ist ohnehin schon als „Zuagroasta“ abgestempelt. Wenn man dazu auch noch offen seine linke Gesinnung kundtut, werden die wohlwollenden Blicke auch weniger. Und wenn dann im Nachbarort großflächig mit mysteriösen „Graffitis“ mehrere Mauern und Straßen beschmiert werden, gerät man eben auch rasch ins Visier.
Code konnte schnell entziffert werden
Und so konnten Waldzeller Polizisten rasch jenen Verdächtigen ausforschen, der vor etwa zwei Wochen in Lohnsburg im Kobernaußerwald für Aufsehen und Ärger gesorgt hatte. Vorerst war noch unklar gewesen, was der „Künstler“ mit der mehrmals aufgesprühten Zahl 161 aussagen wollte. Doch der Code war schlussendlich nicht schwer zu entziffern. Jede Ziffer steht für eine Position im Alphabet. Also 1 für A und 6 für F – AFA, die Abkürzung für Antifaschistische Aktion. Das von einem Kreis umschlossene Pentagramm mit einem Kreuz, das auf der Straße aufgeschmiert war, deutete allerdings auf Okkultismus hin.
Sprayer droht Anklage
Die Polizei ermittelte jedenfalls wegen mehrfacher Sachbeschädigung und bekam aus der Bevölkerung den Tipp, den Mitte-20-Jährigen „Zuagroasten“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Und der Tipp erwies sich als goldrichtig.
Dem „Schmierfinken“ droht jetzt eine Anklage wegen Sachbeschädigung mit einer Strafdrohung von einem halben Jahr Haft oder 360 Tagessätze Geldbuße. Für die Betroffenen ist allerdings viel wichtiger, dass sie jetzt die entstandenen Kosten für die Beseitigung der „Kunst“ greifbar haben.
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