Wladimir Putin hat in der Nacht auf Mittwoch die Ukraine erneut mit einem massiven Bombenhagel überziehen lassen. Alleine in Kiew kamen 17 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Besonders alarmierend ist, dass die ukrainische Armee den Attacken zunehmend hilflos gegenübersteht, denn es konnte keine einzige russische Rakete abgefangen werden.
Angaben aus Kiew zufolge setzten die russischen Streitkräfte in einer wahren Terrornacht 24 ballistische Raketen Iskander-M und umfunktionierte Flugabwehrraketen S-400 sowie vier Hyperschallraketen vom Typ Zirkon ein. – sie alle schlugen ein.
Neben den Toten und Verletzten gibt es schwere materielle Zerstörungen in der Umgebung Kiews zu beklagen – ins Visier der Russen gerieten vor allem Lagerhäuser, Logistikzentren und eine Raffinerie. Getroffen wurden außerdem Ziele in anderen Landesteilen, etwa nahe der Hafenstadt Odessa.
Etwas besser als bei der Raketenabwehr sieht die Lage bei Drohnenattacken aus: Von 115 angreifenden Drohnen verschiedener Typen seien 98 abgefangen worden.
Kreml: „Massenangriff mit Präzisionswaffen“
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau sprach nach der Blut-Nacht von einem Massenangriff mit Präzisionswaffen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe.
Verzweifelter Appell von Selenskyj
Mittwochmorgen zog der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dann eine Bilanz des Schreckens und beklagte neuerlich den Mangel an Flugabwehrwaffen gegen Russlands ballistisches Raketenarsenal. „Abfangmunition für ballistische Raketen hätte die Leben derjenigen retten können, die heute getötet wurden“, schrieb er in sozialen Netzwerken.
Erst am Wochenende schwerer Angriff mit ballistischen Raketen
Die Partner der Ukraine müssten verstehen, dass jede verspätete Lieferung, jede Weigerung, Raketenabwehr bereitzustellen, zu Tod und Zerstörung führe. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kiew mit ballistischen Raketen beschossen. Dabei wurden mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 verletzt.
Abfangmunition für ballistische Raketen hätte die Leben derjenigen retten können, die heute getötet wurden.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Bild: AFP/AFP or licensors
Trump zögert mit Patriot-Lizenzen für Kiew
Die Ukraine benötigt vor allem Patriot-Abwehrraketen. Nachdem Donald Trump bereits in den Raum gestellt hatte, der Ukraine die Lizenz erteilen zu wollen, diese in ihrem Land selbst herzustellen, zeigte sich der US-Präsident diesbezüglich zuletzt wieder zurückhaltend: Die USA müssten „sehr vorsichtig sein. Diese Waffen sind unglaublich. Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen“. Eine äußerst schlechte Nachricht für das ukrainische Militär ...
Drohnen-Großangriff auch durch die Ukraine
Die Ukraine war ihrerseits nicht untätig: In Ufa in der Teilrepublik Baschkortostan, etwa 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt, wurde nach Angaben russischer Telegramkanäle eine Raffinerie getroffen. Fotos zeigten eine hohe Rauchsäule über der Anlage von Baschneft-Novoil. Offiziell teilte Republikchef Radij Chabirow mit, dass Drohnentrümmer auf ein Industriegelände gefallen seien und einen Brand ausgelöst hätten. Tote oder Verletzte gebe es nicht. Die insgesamt drei Raffinerien in Ufa waren auch im Juni, Juli und Anfang August Ziel ukrainischer Attacken gewesen.
Wildberries-Lagerhalle nahe Moskau in Flammen
Die Ukraine setzte auch ihre Angriffsserie gegen Russlands größten Online-Händler Wildberries fort. Getroffen wurde ein Logistikzentrum in der Stadt Alexin südlich von Moskau Tula. Ein Mensch sei verletzt worden. Der Brand des Lagerhauses sei mittlerweile unter Kontrolle. Berichten auf dem Telegramkanal Astra zufolge wurden auch Lagerhallen bei Domodedowo am Stadtrand von Moskau und in Selenodolsk in der Teilrepublik Tatarstan angegriffen.
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