30 Wanderer „gefangen“

Unwetter: Überflutungen, Muren, Brücke weggerissen

Tirol
07.08.2026 09:06

Heftige Unwetter mit Starkregen, Sturm und stellenweise auch Hagel lösten  Donnerstagabend auch in Teilen Tirols zahlreiche Einsätze aus. Im Zillertal gingen Muren ab, in Ginzling mussten Wanderer in Sicherheit gebracht werden, nachdem eine Brücke weggerissen worden war. Ausrückungen gab es unter anderem auch in Kitzbühel, Fritzens und Innsbruck.

Anhaltende und teils heftige Niederschläge führten im Zillertal binnen kürzester Zeit zu gleich mehreren Murenabgängen. Zwischen 17.50 und 18.45 Uhr wurden etwa in den Gemeinden Tux und Brandberg insgesamt gleich drei Muren verzeichnet, berichtete die Polizei.

Im Bereich „Waldhütte“ in Tux verschüttete eine kleinere Mure die Gemeindestraße. Die Straße konnte rasch geräumt werden und blieb ohne längere Sperre passierbar. Personen kamen nicht zu Schaden, Sachschäden wurden nicht festgestellt.

Mure: Autolenker ging zu Fuß zur Bushaltestelle
Deutlich größere Auswirkungen hatte ein Murenabgang im Bereich der Marchklamm. Dort verschütteten Geröll und Erdreich auf einer Breite von rund 20 Metern und einer Höhe von etwa fünf Metern die Schlegeisstraße. Ein Pkw-Lenker konnte seine Fahrt ins Tal nicht mehr fortsetzen.

Mure bei der Schlegeisstraße
Mure bei der Schlegeisstraße(Bild: ZOOM Tirol)
Mure bei der Schlegeisstraße
Mure bei der Schlegeisstraße(Bild: ZOOM Tirol)

Er ging zu Fuß zur Staumauer und fuhr von dort aus mit einem Linienbus ins Tal. Nach Angaben der Feuerwehr Ginzling kann die Straße erst am Freitag vollständig geräumt werden, hieß es.

Weiterer Murenabgang bei Brandberg
Ein weiterer Murenabgang ereignete sich gegen 18.45 Uhr in Brandberg auf Höhe Zillergrund 60 in Richtung Häusling. Die Straße wurde verschüttet und war vorübergehend unpassierbar. Die Feuerwehr Brandberg war während der Nacht mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Eine zunächst eingeschlossene Person konnte in Sicherheit gebracht werden. Das genaue Schadensausmaß wird erst nach Abschluss der Räumungsarbeiten erhoben.

Ein geplanter Kontrollflug des Polizeihubschraubers musste wegen des anhaltenden Starkregens abgebrochen werden.

Brücke auf Höhenweg weggerissen
Im Zillertal waren aber nicht nur Feuerwehren gefordert, sondern auch Bergretter. Die Bergrettung Ginzling wurde gegen 13 Uhr in den Floitengrund alarmiert. Zwischen 20 und 30 Wanderer konnten den Berliner Höhenweg nicht mehr passieren, nachdem eine Brücke zwischen der Berliner Hütte und der Greizer Hütte vermutlich in der Nacht von den Wassermassen weggerissen worden war.

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Fünf Mitglieder der Bergrettung begleiteten die Wanderer über einen Umweg und eine Notbrücke sicher über den Bach.

Die Alpinpolizei

„Fünf Mitglieder der Bergrettung begleiteten die Wanderer über einen Umweg und eine Notbrücke sicher über den Bach“, berichtete die Polizei. Anschließend hätten die Wanderer ihre Tour fortsetzen können. Verletzt wurde niemand. Die Hüttenwirte der Berliner und Greizer Hütte sowie die Verantwortlichen der ARGE Höhenwege wurden über die Situation informiert.

Überschwemmungen im Raum Kitzbühel
Auch der Raum Kitzbühel wurde Donnerstagabend von einem heftigen Starkregenereignis getroffen. Im Ortsteil Gundhabing trat ein Bach über die Ufer und verursachte mehrere Überflutungen. „Die Bundesstraße zwischen Gundhabing und dem Lagerhaus wurde von den Wassermassen überspült. Betroffen waren zudem zahlreiche Wohnhäuser sowie Gewerbe- und Industriebetriebe“, berichtete die Feuerwehr Kitzbühel.

Bilder aus Kitzbühel:

Eine Unterführung musste von Schlamm und Wasser befreit werden. Zusätzlich wurden die Radwege in Richtung Reith und Aurach gesperrt.

Die Feuerwehr Kitzbühel wurde bei den umfangreichen Einsätzen von der Feuerwehr Reith bei Kitzbühel sowie vom Stadtbauhof, den Stadtwerken Kitzbühel, der Straßenmeisterei, der Kläranlage, der Firma Mauracher mit Baggern und der Gemeindeeinsatzleitung unterstützt. „Insgesamt arbeiteten die Einsatzkräfte zwölf Einsatzstellen mit Tauchpumpen und Wassersaugern ab“, so die Stadtfeuerwehr Kitzbühel.

Auch in Innsbruck Unwetter-Einsätze
In Innsbruck mussten indes Feuerwehrleute im Bereich der Innenstadt sowie in den Stadtteilen Reichenau und Olympisches Dorf wegen einiger überfluteter Keller ausrücken. Dasselbe galt etwa für den Raum Wattens, Fritzens und Kolsass im Bezirk Innsbruck-Land.

Überflutung in Fritzens.
Überflutung in Fritzens.(Bild: ZOOM Tirol)

„Orange Unwetterwarnung“ ausgegeben
Die Geosphere Austria hatte am Donnerstagvormittag eine sogenannte „orange Unwetterwarnung“ für das Tiroler Unterland bzw. Gebiete östlich von Innsbruck ab Mittag bis in die Abendstunden ausgegeben. 

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