11.09.2020 08:00 |

Kulturerbe satt

Malta und Gozo: Sonne, Meer und sehr viel „Mehr“

Malta und seine „kleine Schwester“ Gozo haben nicht nur einen herrlichen Badeurlaub zu bieten. Die kleinen, felsigen Mittelmeerinseln sind voller Kulturdenkmäler, von Steinzeitmegalithen über Ritterburgen und Kathedralen bis zu modernen Filmsets ...

Sie können nach dem knapp zweistündigen Flug nach Malta natürlich gleich in eines der vielen Strandhotels fahren und dort von Mai bis Ende Oktober einen herrlichen Badeurlaub genießen. Im Corinthia St. George’s Bay zum Beispiel. In einem der fünf Pools oder am Privatstrand an der Bucht schwimmen, dort auch Wassersport betreiben, Spa, mehrere Restaurants und Bars nutzen oder in der Hängematte die Seele baumeln lassen. Ein verlockender Gedanke – aber schade wäre es.

Schade um Malta. So viel Kulturerbe auf so engem Raum, von prähistorischen Tempeln bis zu prächtigen Palästen der Johanniterritter, ist wohl in Europa einzigartig. Schon vor ca. 7000 Jahren erreichten erste Siedler die kleine, steinige Inselgruppe zwischen Sizilien und Afrika, die Megalithtempel von Haga Qim und Mnadraja zeugen von einer bemerkenswerten untergegangenen Zivilisation. Später wurden Malta und das kleinere Gozo von den Phöniziern kolonisiert, von Karthagern und Römern – der Apostel Paulus persönlich bekehrte die Bewohner zum Christentum.

Dann besetzten Araber die Inseln, die einzigartige Sprache der Malteser entwickelte sich, semitischen Ursprungs mit lateinischen Einsprengseln, mit ihren vielen X, Z und Q für uns schwer auszusprechen - ein Glück, dass Englisch als zweite Amtssprache allseits gesprochen wird. Der Wandel von arabischer zu europäischer Kultur setzte unter den Normannen ein, Malta wurde unter den aus Rhodos vertriebenen Johannitern zum Bollwerk des Christentums. Die Ritterzeit ging erst mit Napoleon zu Ende, dem die Briten folgten - ihr Einfluss ist noch immer spürbar, obwohl die Inseln 1965 unabhängig und 1974 zur Republik wurden.

Schnittpunkt von Orient und Okzident
Kurz: ein ideales Ziel für Kulturreisen, besonders im Frühling und im Herbst, wenn die Hitze nicht zu groß und das Land grün ist. Dann lohnt sich dort auch das Wandern - oder die Besichtigung einer Öko-Farm. Doch auch wer seine Tage nicht in Museen und Kirchen - davon gibt es im weiterhin erzkatholischen Malta Hunderte - verbringen will, wird die besondere Atmosphäre am Schnittpunkt von Orient und Okzident genießen.

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Ein bisschen wie Süditalien oder Spanien, dann fast wie Tunis, immer mit einem kleinen britischen Touch: Verständlich, dass Malta als vielseitiger Film-Drehort begehrt ist. An 300 Sonnentagen im Jahr entstanden hier Großproduktionen wie „Gladiator“, „Conan der Barbar“, mehrere James-Bond-Streifen, „Wickie und die starken Männer“, „Mord im Orient Express“ und „Popeye“. Dieses Matrosen-Dorf blieb als Touristenattraktion bestehen. Dass Ihnen auch beim Bummeln durch malerische Orte und belebte Häfen, beim Baden oder sogar im Hotel Filmteams und Stars ganz privat begegnen, ist hier sehr leicht möglich.

Brigitte Egger, Kronen Zeitung

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