03.08.2020 05:00 |

„Heiße“ Bergpartie

Worauf Gipfelstürmer im Sommer achten sollten

Das Erklimmen von Gipfeln feiert heuer in den Ferien ein Comeback. Damit die Tour bei hohen Temperaturen nicht zum Gesundheitsrisiko wird, gilt es einige Punkte zu beachten.

Urlaub in Österreich - das ist heuer aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie besonders angesagt! Etliche „Sommerfrischler“ wollen sich deshalb erstmals auch ins Gebirge wagen. Beim Wandern in der heißen Jahreszeit ist aber Vorsicht geboten, um der Gesundheit nicht zu schaden! Vor allem die Hitze macht vielen Wanderern dann zu schaffen. „Steigt die Temperatur über 30 Grad, kommt es jedes Jahr vermehrt zu Einsätzen der Bergrettung aufgrund von Kreislauf- oder anderen Hitzeproblemen“, gibt auch Dr. Joachim Schiefer, leitender Bergrettungsarzt Salzburg auf www.bergrettung-salzburg.at zu bedenken. „Oft vergessen wir nämlich darauf, ausreichend, das heißt, mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit, zu trinken. Dann kommt es zur Erschöpfung.“ Das zeigt sich etwa mit vermehrtem Müdigkeitsgefühl oder verminderter Leistungsfähigkeit. Manchmal beobachtet man aber auch erhöhte Reizbarkeit und Aggressivität.

Es droht ein Hitzekollaps! Dieser entsteht durch einen plötzlich starken Blutdruckabfall aufgrund des Flüssigkeitsmangels. Führen Sie den Betroffenen zu einem kühlen Platz und geben Sie ihm zu trinken (Wasser, isotonische Getränke, keinen Alkohol!). Beine hochlagern! Bemerken Sie außerdem Verwirrtheit, eine Bewusstseinstrübung oder verliert die Person gar das Bewusstsein, könnte ein Hitzschlag vorliegen. Weitere Anzeichen: Kopfweh und Übelkeit. Besonderes Risiko liegt auch vor, wenn der Überhitzte unkonzentriert, vielleicht sogar torkelnd weiterwandert. Abrutsch- und Absturzgefahr droht! Um den heißen Temperaturen zu entgehen, heißt es, schon bei der Planung Vernunft walten zu lassen:

  • Wählen Sie schattenseitige Bergtouren aus. Auf Anstiege durch Wald achten. Für Anfänger oder an besonders heißen Tagen besser keine allzu schwere Route wählen.
  • Ein sehr früher Aufbruch ist ebenfalls günstig. Anhaltspunkt: Ab etwa 14 Uhr wird die maximale Tagestemperatur erreicht. Wer da schon wieder im Tal ist, verringert gleichzeitig die Gefahr, in ein Gewitter zu geraten. Laut Statistik ziehen diese nämlich meist erst ab Nachmittag auf.
  • In puncto Bekleidung gilt: Funktionswäsche wählen. Diese sorgt bei starker Schweißentwicklung für angenehmes Klima, im Gegensatz zu herkömmlichen Baumwoll-T-Shirts. Wechselgewand mitnehmen! Auch professionelle Wanderschuhe helfen den Füßen, kühl zu bleiben.
  • Nicht vergessen darf man natürlich auf Sonnenschutz, sowohl in Form von Kappen und Sonnenbrillen als auch -cremes. In luftigen Höhen ist die UV-Einstrahlung stärker.

Nicht in den kalten Gebirgssee springen!
Vorsicht ist geboten beim Sprung ins kühle Nass (Bergseen, Bäche etc.). In den eiskalten Bergsee einzutauchen kann gar tödlich enden. Durch den extremen Temperaturunterschied ziehen sich im kalten Wasser die Blutgefäße heftig zusammen. Dies kann mitunter das Herz-Kreislauf-System nicht stemmen, Herzversagen droht! Besser: Füße, Hände und Unterarme langsam eintauchen. Beim Baden den Körper langsam an die kalte Temperatur gewöhnen. Oberkörper vor dem Untertauchen mit den Händen abkühlen. Besonders aufpassen und auf den eigenen Körper hören sollten natürlich Ungeübte, Ältere und Kinder. Dann steht einem ungetrübten Wandertag auch im Sommer nichts im Wege.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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