Für bessere Suche

Google-Chef möchte alle unsere Informationen

Web
08.09.2010 09:57
Während in vielen Ländern weiter heftig über den Schutz der Privatsphäre debattiert wird, hat Google-Chef Eric Schmidt die Internetnutzer dazu aufgerufen, mehr Informationen zur Verfeinerung der Suchergebnisse freizugeben. "Letztlich geht es buchstäblich um alle Ihre Informationen - E-Mail, Sachen, die Ihnen am Herzen liegen", betonte Schmidt während seiner Rede am Dienstag auf der Berliner IFA, und fügte hinzu: "Mit Ihrer Erlaubnis natürlich."

"Der Computer wird das gut können, was wir nicht können", umgarnte der Vorstandschef die Zuhörerschaft auf der IFA mit bilderreichen Zukunftsvisionen. Allerdings bräuchten die Computer dafür möglichst viel Wissen über ihre Nutzer, weshalb Schmidt dafür warb, Konzernen wie seinem das Sammeln von Daten zu überlassen. 

Die Menschen müssten sich nicht mehr erinnern, das übernehme dann alles der PC für sie, sagte der 55-Jährige. Für ihn offenbar ein Traum - für Teile seines deutschen Publikums nach der Debatte um die Veröffentlichung von Fotos von Straßen und Plätzen in 20 deutschen Großstädten noch vor Jahresende aber womöglich ein Albtraum.

Besorgt fragte eine Zuhörerin, ob der US-Konzern tatsächlich daran arbeite, Menschen im Netz anhand ihres Äußeren identifizierbar zu machen. Nein, so etwas sei illegal - und zu unheimlich, sagte Schmidt. Selbst ihm, der im Ruf steht, jeden Weg zu gehen, um so viel Werbung wie möglich zu verkaufen und folglich die Konsumwelt so direkt wie nur denkbar mit Kunden im Netz zu verknüpfen.

Datenschützer kritisieren, dass dabei zu viele Informationen über den Einzelnen hängenbleiben. Den meisten Zuhörern dürfte noch sein Vorschlag im Ohr sein, jeder junger Mensch solle mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter seinen Namen ändern dürfen, um seine Vergangenheit - beispielsweise in Netzwerken wie Facebook - hinter sich zu lassen. Dies hat Schmidt am Dienstag allerdings als Scherz bezeichnet.

"Google TV" soll 2011 international durchstarten
Anstatt das Konfliktthema "Google Street View" anzusprechen, konzentrierte sich Schmidt darauf, die nächsten Produkte seines Konzerns anzupreisen. "Google TV" kommt im Herbst in den USA auf den Markt - pünktlich zum umsatzkräftigen Weihnachtsgeschäft. 2011 soll der Dienst dann auch international durchstarten. Zuvor müsse noch mit Fernsehsendern weltweit verhandelt werden, die internationale Einführung sei aber fest für kommendes Jahr geplant, so Schmidt. Einen genauen Zeitpunkt nannte er nicht, auch die Preisgestaltung ließ er offen.

Wie "Google TV" jedoch funktionieren soll, führte Google-Managerin Brittany Bohnet in Berlin vor. Wer sich etwa ein Autorennen anschaut, kann mit einem Klick das Angebot eines Ferrari-Händlers öffnen und gleich selbst eine Rennmaschine kaufen. Auch YouTube soll bei "Google TV" eine große Rolle spielen und vielfältige Verbindungen eröffnen.

Hardware von Sony und Logitech
Für die im Mai erstmals vorgestellte Fusion aus Internet und Fernsehen hat der Suchmaschinenbetreiber aus Mountain View in Kalifornien bereits viele Mitstreiter gefunden - der weltweit zweitgrößte LCD-TV-Hersteller Sony liefert Bauteile, der schweizerisch-amerikanische Computerzubehör-Produzent Logitech stellt eine Settop-Box bereit.

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