07.04.2020 22:16 |

Anschober im „Report“:

Mit der „Stopp Corona“-App Ausbreitung bekämpfen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Dienstagabend im ORF-„Report“ erklärt, dass es mithilfe der „Stopp Corona“-App möglich sei, die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. Mit Big Data habe die App „nichts zu tun“. Für Ärzte in Österreich soll es schon bald mehr Schutzmasken und Schutzbekleidung geben. Flächendeckende Corona-Tests werde es „vermutlich Ende April“ geben, jedoch erst dann, wenn die wissenschaftliche Qualität auch entsprechend sei. Außerdem entschuldigte er sich für den verwirrenden Oster-Erlass, der jedoch einen „ehrenwerten Hintergrund“ gehabt habe.

Die viel diskutierte „Stopp Corona“-App soll auf jeden Fall auch in Zukunft freiwillig bleiben. „Es wäre mein Ziel, diese App auf breite Beine zu stellen, denn es ist zwar kein Allheilmittel, aber eine gute Ergänzung zum Contact-Tracing.“ Ziel sei es jedenfalls, schnell die Ausbreitung des Coronavirus durch bereits Erkrankte zu unterbinden.

„Stopp Corona“-App „hat überhaupt nichts mit Big Data zu tun“
Den Vorwurf, dass mithilfe der App enorme Datenmengen der Bevölkerung gesammelt würden, wollte der Gesundheitsminister so nicht stehen lassen. „Das hat überhaupt nichts mit Big Data zu tun. Das ist ungefähr so, als wenn man einen Fahrraddynamo mit einem Atomkraftwerk vergleicht“, sagte Anschober.

Auch eine Lösung für Menschen ohne Smartphone
Mit der App könne man Ausbreitung des Coronavirus besser bekämpfen. Für Menschen ohne Smartphone würde man schon eine Lösung finden. Kürzlich hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) etwa einen Schlüsselanhänger ins Gespräch gebracht. Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hatte erst am Sonntag gesagt, dass er die App „sicher nicht“ herunterladen werde

Bisher 115.000 Corona-Tests durchgeführt
„Wir haben 115.000 Tests durchgeführt, die belegen, wer positiv ist und wer nicht“, sagte Anschober. Man habe aber auch breit in der Pflege getestet. Aufgrund der Maßnahmen der Bundesregierung scheint es gelungen zu sein, die täglichen Zuwächse von bis zu 40 Prozent zu brechen.

Anschober rechnet Ende April mit flächendeckenden Tests
Flächendeckende Tests werde es erst geben, wenn die wissenschaftliche Qualität der Tests passt. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende April wirklich in die Fläche gehen können mit den Tests.“ 

„Es ist unsere absolute Priorität bei den Tests ganz offensiv in Richtung der beiden Hauptrisikogruppen zu gehen.“ Das seien Menschen mit schweren Vorerkrankungen und ältere Menschen. Es werde Schwerpunktaktionen geben, und die entsprechende Vorbereitung dafür habe bereits begonnen.

Bezahlte Freistellung für Risikogruppen
Bis zum Ende der Woche soll klar sein, wer zu einer Risikogruppe gehöre und deswegen vom Dienst freigestellt werden könne. „Wenn keine gesicherte Position im Unternehmen gefunden werden kann, dann wird es auch eine bezahlte Freistellung vom Dienst geben“, so Anschober. 

Schutzmasken und Schutzkleidung für Ärzte
Derzeit sei man im Gespräch mit den Gewerkschaften, um eine vernünftige Lösung zu finden. Es gehe einerseits darum, die kritische Infrastruktur aufrechtzuerhalten und gefährdete Menschen zu schützen. Da es derzeit noch zu wenig Schutzkleidung und Schutzmasken für niedergelassene Ärzte geben, solle hier schon rasch aufgestockt werden.

Gesundheitsminister entschuldigt sich für Oster-Erlass
Anschober entschuldigte sich auch für den Oster-Erlass, hier sei es zu „Irritierungen“ gekommen, obwohl der Hintergrund ein „sehr ehrenwerter“ gewesen sein. „Wir sind draufgekommen, dass die bestehenden Verkehrsbeschränkungen ohnedies eine Handhabe für die Exekutive darstellen.“

Martin Grob
Martin Grob
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