Die Grundidee: Bevor Nutzer etwas im Internet veröffentlichen, verschlüsselt das an der Universität des Saarlandes entwickelte System die Daten. Will jemand sie ansehen, muss er den passenden Schlüssel anfordern. Diesen wollen die Experten künftig auf Servern vertrauenswürdiger Organisationen ablegen. Wenn die vorgesehene Frist abläuft, zieht das System die Schlüssel aus dem Verkehr.
Für Nutzer sei das System einfach zu bedienen und nur mit geringem Aufwand verbunden, betont Professor Michael Backes, der das Projekt leitet. Lediglich ein kleines Zusatzprogramm für den Browser sei nötig, so der Fachmann für Informationssicherheit und Kryptographie. Die Ver- und Entschlüsselung der Daten läuft ohne Zutun des Nutzers im Hintergrund. Einen ersten Prototypen der Software soll es noch im Juli geben, zunächst für Mozillas Firefox-Browser.
Hürde für Suchmaschinen
Damit Suchmaschinen wie Google und Bing die Daten während der Veröffentlichung nicht durchsuchen und in ihren Rechenzentren speichern, haben die Forscher eine Hürde eingebaut: Beim Abruf der Daten müssen Nutzer ein sogenanntes Captcha eingeben - eine verzerrt dargestellte Folge von Buchstaben und Ziffern, die Computer nicht auslesen können.
Schwachstelle im System
Allerdings bietet das System keine 100-prozentige Sicherheit. Wenn etwa jemand die Daten während der vorgegebenen Veröffentlichungsfrist kopiert und ins Netz stellt, hilft auch die Verschlüsselung nicht mehr.
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