Millionenschaden

D: Phishing-Opfer verklagen Umweltbundesamt

Web
02.07.2010 10:44
Nach einer weltweiten Internet-Attacke gegen den Emissionshandel wollen einige Opfer das deutsche Umweltbundesamt auf Schadenersatz verklagen. "Wir werden diesen Vermögensverlust nicht einfach hinnehmen", sagte der Chef der Firma Drewsen Spezialpapiere, Thomas Katzenmayer, der "Financial Times Deutschland" vom Freitag.

Drewsen hat dem Bericht zufolge durch den Angriff Ende Jänner Zertifikate im Marktwert von 1,2 Millionen Euro eingebüßt. Eine Berliner Kanzlei bereite derzeit eine Schadenersatzklage vor. Das gelte auch für weitere Opfer.

Betrüger hatten bei dem Cyber-Angriff gegen den Emissionshandel mit Verschmutzungsrechten gut drei Millionen Euro Beute allein in Deutschland gemacht. Der Erwerb von CO2-Zertifikaten (Verschmutzungsrechte) berechtigt Kraftwerksbetreiber und energieintensive Industrie wie auch Papier- und Zementfabriken zum begrenzten Ausstoß von Kohlendioxid.

Bei der Phishing-Attacke im Jänner schöpften Betrüger dem Bericht zufolge die Emissionsrechte mit Hilfe gefälschter Internetseiten ab. Katzenmayer warf der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt), einer dem Umweltamt unterstehenden Behörde, vor, bei den Sicherheitsstandards zu lasch zu sein.

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