"Wir wissen aus Gesprächen mit chinesischen Offiziellen, dass sie die Weiterleitung inakzeptabel finden", schreibt Drummond in seinem Blog. Wenn Google sich jetzt nicht bewege, werde seine Betreiberlizenz für China zum 30. Juni nicht erneuert. Das Unternehmen müsste dann seine China-Adresse ganz abschalten.
"Bleiben unseren Prinzipien treu"
Um das Geschäft in dem rasant wachsenden Markt nicht komplett zu gefährden, hat Google zunächst für einige Nutzer in China seine Site Google.cn wieder freigeschaltet. "Das ist ein Zugeständnis, um unsere Zensur-Weigerung weiter aufrecht zu erhalten", sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck. "Der neue Auftritt ist konsistent mit den Auflagen, und wir bleiben gleichzeitig unseren Prinzipien treu."
Einen nicht zensierten Internet-Zugang über die Server in Hongkong bietet das Unternehmen nun über einen separaten Link unter dem Suchfeld an. Die Behörden hätten sich vor allem an der automatischen Weiterleitung gestoßen, erklärte Oberbeck. Darauf würde man nun verzichten. Über die wieder freigeschaltete Google.cn-Site in China gelangten die Nutzer allerdings nicht ins Web, sondern könnten lediglich in anderen Produkten wie Übersetzungsdiensten oder Google Musik suchen.
Rückzug nach Hackerangriffen
Google hatte sich nach massiven Hackerattacken auf seine Firmenserver in China strikt geweigert, weiter die Zensurvorgaben der Regierung einzuhalten. Nach heftigen Auseinandersetzungen und Schuldzuweisungen hatte Google seine Suchmaschine vor rund drei Monaten in der Volksrepublik vom Netz genommen und Suchanfragen der Nutzer seither automatisch auf die Server in Hongkong umgeleitet. Unter google.hk konnten auch Nutzer aus China auf ungefilterte Ergebnisse aus ihrer Websuche zugreifen.
Die chinesische Regierung verlangt von westlichen Internet-Unternehmen, dass sie zum Beispiel Informationen über Tibet oder die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking 1989 herausfiltern. Sites wie Wikipedia oder von Menschenrechtsorganisationen sind generell gesperrt.
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