06.12.2019 09:00 |

Eklat in Berliner Café

„Krone“-Leser: Poller vorm Eingang „grenzwertig“

Weil anscheinend die Wände beschädigt wurden, hat ein Café in Berlin zwei Poller vor den Eingang gestellt, um den Zutritt mit Kinderwägen zu erschweren. Prompt folgte der Shitstorm: Die Maßnahmen seien kinderfeindlich, außerdem können Rollstuhlfahrer nicht mehr durch den Haupteingang und müssen durch eine Hintertür ins Lokal. Auch das Bezirksamt hat sich mittlerweile eingeschaltet. Die interessanten Wortmeldungen der „Krone“-Community haben wir hier zusammengefasst. 

Leser hundert51 und bob1267 verteidigen die Entscheidung: In kleinen Lokalen kann es sehr schnell sehr voll sein. Außerdem werden Sitzplätze verstellt und es könnten so empfindliche Umsatzeinbußen entstehen.

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hundert51
Wenn ich ein Café hätte, dass mit zwei Müttern samt Kinderwägen voll ist und diese 2 Std. bei je einem Jogi-Tee sitzen, dann müsste ich mir auch was einfallen lassen....
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bob1267
Da kommen Gäste mit Kinderwägen, verstellen Sitzplätz, beschädigen die Wände, stehen auf und gehen? Vollkommen Recht wenn sich der Besitzer wehrt. Sein Geschäft wird beschädigt, kann auf seine Kosten renovieren und verliert durch den Kinderwagen Platz was gleich Kundschaft bedeutet
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Wassermannfrau zieht einen Vergleich mit kinderfreien Hotels, die es ebenso gibt. Wie viele andere Leser hält sie auch fest, dass ein Betreiber eines Lokals sich die Gäste auch aussuchen kann. 

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Wassermannfrau
Es gibt ja auch bereits Hotels, die definitiv nur Erwachsene ohne Kinder akzeptieren. Na, da war und ist der Aufschrei groß! Wieso eigentlich? Jeder Betreiber soll sich bitte seine Gäste selbst aussuchen können. Es gibt genügend Familienhotels, wo Familien mit ihren Kindern bestens aufgehoben und unter Gleichgesinnten sind. Wieso soll ein Ehepaar, welches einfach mal nur Ruhe und Ausspannen möchte sich den ganzen Tag lang mit dem Geplärre und Getobe von Kindern herumärgern und dafür auch noch ein teures Hotel bezahlen? Jeder soll dort Urlaub machen wo er sich wohlfühlt. Wenn es eigene Hotels für Familien gibt, ist es sehr wohl in Ordnung, wenn es auch dezidiert Hotels gibt, wo eben keine Kinder erwünscht sind. Keiner muss dort Urlaub machen wenn es ihm nicht passt.
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Die Antwort an Wassermannfrau lässt nicht lange auf sich warten. Es geht um die Barrierefreiheit: Rollstuhlfahrer können wegen der Poller den Vordereingang nicht verwenden und müssen, so der Betreiber, durch die Hintertür ins Lokal. Leser paperbox findet das nicht akzeptabel:

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paperbox
Ich als Mutter zweier Kinder die gerade dem Kinderwagenalter entwachsen sind stimme Ihnen insofern zu, dass kinderfreie Zonen vollkommen okay sind. Ich bin selbst mit meinen Kindern als sie noch im Kinderwagen waren nach Möglichkeit nur in Lokale gegangen von denen ich wusste dass der Kinderwagen genug Platz hat. Und wenn nicht genug Platz war habe ich eben den Kinderwagen vor der Tür stehen gelassen.
Was allerdings gar nicht geht ist, Leute im Rollstuhl auszusperren. Das hat schon einen sehr nazihaften Beigeschmack. Und der Hinweis dass Leute im Rollstuhl ja den Hintereingang benutzen können finde ich auch sehr schlimm. Das klingt sehr danach als würden Rollstuhlfahrer als Kunde zweiter Klasse gesehen.
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Viele Leser finden im Anschluss die Vorgangsweise des Cafés grenzwertig. „Krone“-Leser karrrramba und macabro sind nur zwei davon: 

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karrrramba
Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen sind anscheinend Menschen ohne Rechte,
Barrierefreiheit steht im Gesetz...….
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macabro
Rollstuhlfahrer den Besuch eines Kaffeehauses zu erschweren und zu verweigern ist wirklich grenzwertig. Aber Kinderwagen in einem Kaffehaus ist auch grenzwertig! Demnächst wird wahrscheinlich der nächster Aufreger von fortschrittlichen Muttis kommen, das sie mit Kinderwagen nicht in Discos dürfen?
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Zum Abschluss möchten wir diesen Kommentar eines betroffenen Lesers hervorheben, der uns aus der Sicht von körperlich beeinträchtigten Menschen berichtet. Hier geht es vor allem darum, ob man sich willkommen fühlt - Leser sogehtsnicht hat durch solche Aktionen jedenfalls das Gefühl, unerwünscht zu sein.

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sogehtsnicht
Das ist doch nur eine Ausrede da er hofft, dass die Rollifahrer wegen der Stufe erst gar nicht in das Lokal kommen.
Man hat so seine Erfahrungen gemacht und kennt solche Lokal Betreiber zur genüge.
Kaum einer der Schreiber hier weiß wie das ist wenn man draußen sitzt und man merkt, dass man wegen seinem Gebrechen für das man nichts kann unerwünscht ist.
Arbeiten und Steuer zahlen dürften wir, aber dass man 4 Jahre vor dem regulären Pensionsantritt brutal durch einen Anderen in den Rollstuhl befördert wurde interessiert keinen.
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Haben Sie auch Erfahrungen mit Lokalen mit problematischen Zugängen? Kennen Sie Situationen, in denen Sie sich einen barrierefreien Zutritt zu gewissen Plätzen gewünscht hätten? Wir würden uns über Ihre Erzählungen freuen.

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