"Haben Mist gebaut"

Google übergibt WLAN-Daten den EU-Behörden

Web
07.06.2010 11:05
Google will die durch seinen umstrittenen Fotodienst Google Street View aufgezeichneten persönlichen Daten von WLAN-Nutzern den EU-Behörden übergeben. Die Daten würden zunächst den Datenschützern in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien übergeben. Google werde außerdem eine externe Untersuchung des Vorfalls starten und deren Ergebnisse veröffentlichen.

Der Internetriese hatte bei den Aufnahmen für Google Street View auch persönliche Daten von Internetnutzern aus unverschlüsselten WLAN-Netzwerken aufgezeichnet. Das Unternehmen sprach anschließend von einem Fehler. Die Daten seien wegen eines Programmierfehlers in den für Street View verwendeten Kameraautos versehentlich erfasst worden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Computerkriminalität gegen Google ein.

Der "Financial Times" sagte Schmidt, er könne nicht ausschließen, dass auch private Bankdaten aufgezeichnet worden seien. "Wir haben Mist gebaut. Darüber gibt es keine Zweifel." Gegen den vermutlich verantwortlichen Ingenieur sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Australien lässt Polizei gegen Google ermitteln
Nach dem Skandal in Europa sieht sich der US-Internetriese Google auch in Australien mit Ärger wegen Datenschutzverletzungen durch Street View konfrontiert. Die australische Regierung ordnete eine Polizeiuntersuchung gegen Google wegen mutmaßlicher Verletzung der Privatsphäre von Internetnutzern an, wie Generalstaatsanwalt Robert McClelland am Sonntag mitteilte. Dies sei eine Reaktion auf zahlreiche Beschwerden.

Kommunikationsminister Stephen Conroy hatte Google vergangenen Monat vorgeworfen, den "größten einzelnen Verstoß in der Geschichte der Privatsphäre" begangen zu haben, indem es während der Aufnahme von Fotos für Street View Daten von WLAN-Nutzern gesammelt habe. Google erklärte, die Daten versehentlich gesammelt zu haben. Das Unternehmen stehe nun für alle diesbezüglichen Fragen der Behörden zur Verfügung, erklärte eine Sprecherin.

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