10.10.2019 10:04 |

Nach Hongkong-Eklat

Blizzard-Personal protestiert gegen das Management

Der US-Videospielriese Blizzard hat sich mit der Sperre eines „Hearthstone“-Profi-Gamers, der mit den Protesten in Hongkong sympathisiert, nicht nur einen Shitstorm eingefangen. Er hat auch die eigene Belegschaft irritiert. Dutzende Blizzard-Mitarbeiter trafen sich nach der Sperre von Ng „Blitzchung“ Wai Chung vor der Firmenzentrale, um gegen die Entscheidung des Managements zu protestieren.

Im Online-Forum Reddit gepostete Fotos zeigen das Blizzard-Personal, wie es sich um eine riesige Ork-Statue versammelt und sich solidarisch mit dem Gamer aus Hongkong zeigt. Die Protestaktion habe nach Bekanntwerden der Sperre den ganzen Tag gedauert, mehrere Dutzend Mitarbeiter hätten sich an ihr beteiligt, berichtet das Nachrichtenportal „The Daily Beast“.

Der „Hearthstone“-Profi hatte zuvor an einem Turnier teilgenommen und hinterher bei einem Interview in die Kamera gerufen: „Befreit Hongkong! Das ist die Revolution unserer Zeit!“ Blizzard hatte daraufhin, um es sich nicht mit der Regierung in Peking zu verscherzen, den Spieler für ein Jahr von allen Turnieren ausgeschlossen und die Auszahlung von Preisgeldern eingestellt.

„Keine amerikanische Firma sollte Ruf nach Freiheit zensieren“
Neben den eigenen Angestellten verstanden auch viele Spieler die Entscheidung nicht. In den sozialen Netzen entbrannte ein Shitstorm, viele Spieler riefen zum Boykott des US-Unternehmens auf. Auch Politiker schalteten sich ein. „The Verge“ zitiert den demokratischen Senator Ron Wyden: „Blizzard zeigt, dass man dazu bereit ist, sich selbst zu demütigen, um der chinesischen kommunistischen Partei zu gefallen. Keine amerikanische Firma sollte den Ruf nach Freiheit zensieren, um Geld zu machen.“

Blizzard ist freilich nicht der einzige US-Konzern, der sich Wünschen der chinesischen Regierung fügt. Auch Apple ist dieser Tage in die Schlagzeilen geraten, weil der iPhone-Konzern auf Wunsch Pekings eine Anwendung aus seinem App Store gelöscht hat, mit der die Hongkonger Demonstranten sich über die Standorte der Polizei informiert hatten. Für beide Firmen ist China mit seinen Hunderten Millionen potenziellen Kunden ein wichtiger Markt.

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