Ausnahmesportler

Morgi im Gespräch über Nieten, Not und Neider

Kärnten
15.05.2010 19:07
Misst man Thomas Morgenstern an Medaillen, hat es in Kärnten in der Geschichte noch keinen anderen Sportler gegeben, der so viel erreicht hat wie er. In ganz Österreich gibt es mit Toni Sailer und Felix Gottwald nur zwei andere dreifache Olympiagold-Gewinner. Dazu kommen noch unglaubliche neun Goldmedaillen von Weltmeisterschaften, seine zahlreichen Weltcupsiege und der Gesamtsieg im Skispringer-Weltcup. Und das alles mit erst 23 Jahren.

Unfassbar, was das Genie in seinen jungen Jahren mit und durch den Sport erreicht hat. Soeben hat er mit seiner bildhübschen Freundin Kristina sein Traumhaus mit Blick auf den Millstätter See bezogen. Kristina jobbt als Maklerin, ist seit Schulzeiten an seiner Seite. Ihre Büro-Adresse: Thomas-Morgenstern-Platz 1. – Kein Scherz!

Man kennt Morgi aus dem TV: strahlend, scherzend und triumphierend. Aber er hat auch ganz andere Seiten. Gelegentlich zerfrisst ihn der Ehrgeiz. Die Latte, die er sich selbst in den letzten Jahren gelegt hat, kann oft nicht einmal ein Star wie er überwinden. Morgi zieht sich gerne zurück. Zwar hat er die Gitarre, die er im Zimmer an der Wand hängen hat, (noch) nicht ganz im Griff, aber seine Interessen sind scheinbar grenzenlos - solange er dabei an die Grenzen gehen kann.

Pilotenschein, Tauchschein, Fallschirmsprünge, Rallye fahren. Noch diesen Sommer wird der Kart-Profi erstmals in einen Formel-1-Wagen klettern. "Manchmal denke ich mir schon, dass ich ein Leben wie im Traum führe. Da gibt es Momente, in denen ich einfach nur Angst habe, aufzuwachen", sinniert er auf dem Holzsteg am See und wird dann ernst: "Aber es herrscht nicht immer Sonnenschein. Man merkt von außen oft gar nicht, wie viel Entbehrungen vor jedem großen Erfolg im Sport notwendig sind."

Wo Erfolg ist, sind auch Neider
Gerade zwei Wochen Trainingspause hat Thomas im Jahr. Discos oder bunte Abende in Lokalen sind strikt tabu. Wenn's mal ein Bier sein darf, dann im kleinen Kreis unter Freunden in den eigenen vier Wänden. Denn wo Erfolg ist, da sind auch viele Neider. Nicht erst einmal ist es vorgekommen, dass der Ausnahmeathlet in Lokalen angepöbelt wurde. Wenn nach Autogramm Nummer 147 einmal Schluss ist, fehlt immer wieder das Verständnis. "Dann heißt's schnell: Schau dir den Morgenstern an, der ist ja total abgehoben." Das Gegenteil ist aber der Fall.

Kaum ein Star seiner Kragenweite ist so auf dem Boden geblieben wie er. Keine Verrücktheiten, keine Exzesse, keine Shopping-Abenteuer in Luxus-Boutiquen. "Schon als kleines Kind hab ich auf mein Haus gespart. Es ist ein großes Glück, dass ich mir das jetzt schon leisten konnte."

Die größte Niete in seiner Sportkarriere war für ihn selbst die Kleinschanze bei den Olympischen Spielen in Turin 2006. "Weil ich da vom Wind unglaublich verblasen worden bin, sonst fix eine Medaille, wenn nicht sogar noch ein Gold geholt hätte." Typisch für ihn: Nur wenige Tage später feierte er mit Einzelgold auf der Großschanze auch seinen größten Sieg. 

Auch "Ronaldo" im neuen Haus
Im neuen Haus ist auch Platz für seinen Hamster Ronaldo. "Ich war ja immer ein riesiger Fan vom brasilianischen Fußballer." Aber eigentlich hätte er ihn auch "Goldi" taufen können. Nicht nur, weil sich Morgi und Andi Goldberger mit Edi Federer den gleichen Manager teilen. Sondern weil Thomas eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat: Gold ist seine Lieblingsfarbe.

von Max Mahdalik, "Kärntner Krone"

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