WWF schlägt Alarm

Niedriger Wasserstand in Österreichs Flüssen

Österreich
07.05.2026 12:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich weisen bereits Niedrigwasser auf. Besonders stark betroffen sind das Mur-Einzugsgebiet in der Steiermark, die Vöckla, March, Kamp in Nieder- und Oberösterreich, die Drau (Kärnten) und Flüsse im Burgenland, wie die Naturschutzorganisation WWF mitteilte.

Besonders rasch sind demnach die Pegelstände im Murgebiet gesunken, und zwar von 60 auf 90 Prozent von März bis April. Im Marchgebiet erhöhte sich der entsprechende Anteil von 55 auf 90 Prozent. Im Einzugsgebiet von Raab, Rabnitz und Leitha im Osten des Landes nahm die Zahl niedriger und sehr niedriger Pegel innerhalb eines Monats stark zu und stieg laut WWF von 40 auf rund 75 Prozent.

„Die aktuellen Niedrigwasserstände sind ein Warnsignal für die akuten Folgen der Klimakrise. Wenn Flüsse schon im Frühjahr dauerhaft zu wenig Wasser führen, geraten ganze Lebensräume unter Druck. Das hat spürbare Folgen für Ökosysteme, Artenvielfalt und Wasserqualität“, sagte Marie Pfeiffer vom WWF. Besonders bedroht seien Forellen.

Im März und April gab es bisher kaum Niederschlag:

Die Karte zeigt die Abweichung des Niederschlags in Österreich im Frühjahr 2026 für die Monate März und April im Vergleich zum Durchschnitt von 1991 bis 2020. In einigen Regionen beträgt das Minus bis zu 75 Prozent. Der Gesamtniederschlag liegt 63 Prozent unter dem Durchschnitt. Quelle: Geosphere Austria.

Die Naturschutzorganisation hat jetzt ein Schutzpaket für Österreichs Flüsse gefordert, darunter die Wiederherstellung von Auen, die Renaturierung verbauter Flussabschnitte und einen nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen. In Österreich würden oft über 90 Prozent der Flussabschnitte für die Wasserkraft abgeleitet. Die Betreiber müssten stärker in die Pflicht genommen werden, um die Gewässerökologie nachhaltig zu sichern.

Totschnig betont Folgen für Landwirtschaft
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat den fehlenden Niederschlag am Donnerstag als „große Herausforderung“ und „eine Folge des Klimawandels“ bezeichnet. Wie hoch die diesjährigen Trockenheits- und Dürreschäden ausfallen könnten, hänge von der Niederschlagsentwicklung in den nächsten Wochen ab. Totschnig sprach sich dafür aus, den Rohstoff Holz nachhaltig zu verwenden und „Wälder klimafit zu machen“.

Österreich hat in diesem Jahr die trockenste März-April-Periode seit Beginn der Messungen im Jahr 1858 verzeichnet. Laut aktuellen Daten der GeoSphere Austria fiel im österreichweiten Flächenmittel um 63 Prozent weniger Niederschlag als im Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. Der Mai folgte dieser Entwicklung bisher. Ein flächendeckender und nachhaltiger Regen ist laut aktuellen Prognosen nicht in Sicht, die Regenschauer und Gewitter der kommenden Tage dürften nur regional und vereinzelt auftreten.

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