Eine 86-jährige Welserin galt seit dem 20. Februar als vermisst. Als der Verwesungsgeruch unerträglich wurde, riefen die Nachbarn die Polizei. Diese machte dann in der Wohnung die schreckliche Entdeckung. Die 53-jährige Tochter soll monatelang neben der toten Mutter gelebt haben. Eine Obduktion wurde angeordnet.
Laut einem Bericht der „Bezirksrundschau“ galt die 86-jährige Mutter seit 20. Februar als vermisst – zumindest hatten das offenbar Nachbarn erzählt. Doch die 53-jährige Tochter wurde immer wieder in dem mehrstöckigen Gebäude, das zum Hausleitnerhof in der Südtiroler Straße in Wels gehört, gesehen. Immer stärker machte sich auch der Verwesungsgeruch bemerkbar. Erst als der Gestank aus der Wohnung im fünften Obergeschoß auch schon im Erdgeschoß riechbar war, schlugen die Nachbarn am Montag schlussendlich Alarm und riefen die Polizei.
Mutter lag im Schlafzimmer
Als Polizisten bei der Wohnung anklingelten, öffnete ihnen die Tochter. Laut dem Einsatzprotokoll befand sich die 53-Jährige in einem psychisch stark beeinträchtigten Zustand. Auf die Nachfrage der Beamten, wo die Mutter sei, führte sie die Frau ins Schlafzimmer, wo die verweste Leiche der 86-Jährigen am Bett lag. Die Tochter gab in der Einvernahme an, sie hätte schon seit Wochen nicht mehr mit ihrer Mutter gesprochen. Sie dürfte aufgrund ihres Zustands nicht realisiert haben, dass ihre Mutter verstorben war. Die 53-Jährige wirkte ansonsten teilnahmslos, so die Polizei.
Wir haben eine Obduktion angeordnet, damit die Todesursache geklärt wird. Das ist in solchen Fällen üblich. Es gibt keinen Verdacht.
Christoph Weber, Staatsanwaltschaft
Weil die Todesursache völlig unklar ist, wurde von der Staatsanwaltschaft Wels zur Abklärung eine gerichtsmedizinische Obduktion angeordnet. „Das ist in solchen bedenklichen Todesfällen üblich. Derzeit wird aber nicht von einem Fremdverschulden ausgegangen“, sagt Christoph Weber, Sprecher Staatsanwaltschaft Wels.
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