50 Jahre nach Erdbeben

Trauer & Freude: Kärntner auf Erinnerungs-Tour

Kärnten
07.05.2026 07:01

Gemeinsam mit der „Krone“ und Gerhard Dörfler organisierte Taferner Reisen eine besondere Erinnerungsfahrt ins ehemalige Erdbebengebiet im Friaul. Die Kärntner Hilfe und Freundschaft sind bis heute unvergessen.

Trauer, Freude, Dankbarkeit – die Kärntner Reisedelegation, die am 6. Mai 2026 – genau 50 Jahre nach der Erdbebenkatastrophe in Norditalien, die knapp 1000 Todesopfer forderte – nach Venzone reiste, wurde mehr als herzlich begrüßt.

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Ich erinnere mich noch gut an das Beben vor 50 Jahren, das auch bei uns in Kärnten zu spüren war. Die Straße hat damals plötzlich stark gewackelt.

Bernadette Rapold

„Wir vergessen es bis heute nicht, dass die ersten Soldaten und Feuerwehrmänner, die uns aus dem Ausland beigestanden sind, aus Kärnten angerückt sind“, erinnert sich Renzo Tondo, der ehemalige Präsident der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien, sehr emotional, als der die Kärntner und seinen ehemaligen Amtskollegen Alt-Landeshauptmann Gerhard Dörfler im Rathaus von Venzone begrüßt.

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Ich war gerade im Wohnzimmer, plötzlich hat meine Tante geschrien: ,Erdbeben, Erdbeben!’ Wir sind alle sofort ins Freie gerannt.

Manfred Nastran

Ein Haus, das vor 50 Jahren vollkommen in Trümmern lag. 47 Bürger von Venzone verloren damals ihr Leben. Der gesamte Ortskern wurde zerstört. „Ich habe das Beben zwar nicht erlebt, wurde jedoch in der Zeit des Wiederaufbaus geboren“, sagt Corinna Madrassi, Vizebürgermeisterin von Venzone. Es war eine Zeit der Hoffnung und des Aufbruchs, die bis heute durch das „Modell Friaul“ die gesamte Region prägt.

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Ich habe gerade gelernt, auf einmal hat der Tisch gewackelt – wie auf einem Boot. Ich wusste nicht, was los war; ich war ziemlich erschrocken!

Andrea Brioschwitz

So erzählt Venzone heute nicht nur von Zerstörung, sondern auch von einer Entscheidung. Es wäre einfacher gewesen, schnell neue Gebäude hochzuziehen. Genau das war auch geplant. Doch die Bewohner stellten sich dagegen. Trümmer wurden nicht entsorgt, sondern sortiert. Alte Fotos wurden gesammelt, um jeden Stein wieder an seinen Platz zu bringen. Ein Puzzle aus Vergangenheit und Gegenwart.

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Wir waren auf dem Weg in den Urlaub. An der Grenze mussten wir plötzlich umdrehen. Alles war gesperrt – dann hörten wir von der Katastrophe.

Martin Koberer

Dort, wo die Rekonstruktion gelungen ist, fehlen bewusst neue Fassaden. Nur dort, wo nichts mehr zu retten war, musste ergänzt werden. Reiseleiter Dörfler: „Das ist heute vor allem im Dom eindrucksvoll sichtbar: Kahle Mauerstücke zeigen innen und außen, was das Erdbeben mitriss. Dieses Gebäude ist für mich der Inbegriff des Positiven, dass Menschen aus Trümmern wieder etwas aufbauen können. Das zählt heute mehr denn je.“

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