Neue Details bekannt

Rattengift und Auto am Wolfgangsee sichergestellt

Österreich
05.05.2026 05:45

Immer mehr Details im „Giftfall HiPP“: Die Polizei wertet GPS-Daten aus dem Range Rover des Tatverdächtigen aus. Dieser stellt seine Smartwatch zur Verfügung, um seine Unschuld zu beweisen – denn er streitet alles ab. 

„Ich bin Akademiker. Mir hat diese Kündigung nichts ausgemacht.“ Und überhaupt bringe ihm diese ganze Sache, dieses Tamtam rund um das Rattengift im HiPP-Babybrei und seine Festnahme, nur auf die Palme. Über seinen Strafverteidiger – der renommierte Wiener Jurist Manfred Arbacher-Stöger stattete seinem Neo-Mandanten Montagfrüh in der Justizanstalt bereits einen Besuch ab – lässt Pavel S. (Name geändert) ausrichten: „Diese Ermittlungen sind ein Rohrkrepierer!“

Verdächtiger streitet alles ab
Er, der smarte 39-jährige, gebürtige Slowake will nichts mit Gift und Erpressung des Familienunternehmens in Deutschland zu tun haben. Dass er im Februar unter den 26 gekündigten Mitarbeitern in der österreichischen HiPP-Niederlassung in Gmunden (OÖ) war, tue nichts zur Sache, sagt der Ex-Manager.

Wer die Vergiftung oder gar den Tod von Babys, Kindern oder älteren Personen in Kauf nahm, indem er sechs Gläschen Babybrei „Karotten mit Kartoffeln“ Rattengift beimengte, sei dem dreifachen Familienvater ein Rätsel.

Wie berichtet, wurden die Gift-Gläser in Supermärkten in Tschechien, dem Burgenland und in der Heimat des geschiedenen Arbeitslosen sichergestellt (eines davon ist in Österreich immer noch im Umlauf).

Die Beweislage der „Soko Glas“-Ermittler dürfte jedoch erdrückend sein. Nach tagelanger Observation kam es am vergangenen Samstag zum Zugriff in der luxuriösen Wohnung – mit einer Spar-Filiale nur einen Steinwurf entfernt. Dort soll dem Vernehmen nach die besagte Kindernahrung gekauft worden sein, erzählt ein Insider der „Krone“.

Bohnensupperl statt gebeizter Saibling
Noch am Sonntag musste S. seinen grandiosen Seeblick im Salzkammergut gegen graue Wände und Gitterstäbe in der Einzelzelle mitten im Burgenland tauschen. Statt gebeizten Wolfgangsee-Saibling gab es dort Montagmittag mexikanische Bohnensuppe ...

Am Sonntag wurde der Tatverdächtige in die Justizanstalt nach Eisenstadt überstellt.
Am Sonntag wurde der Tatverdächtige in die Justizanstalt nach Eisenstadt überstellt.(Bild: P. Huber)

 Der 39-Jährige hat jedenfalls einen Verteidigungsplan: Er will mit seiner Smartwatch beweisen, dass er sich nie in Brünn oder in der Nähe eines der Tatorte aufgehalten hat. Die Polizei wiederum beschlagnahmte den Range Rover des Mannes. Bedeutet: GPS-Daten an allen Ecken und Enden! Das Navigationssystem soll freilich die (vorerst) letzten Fahrten im Luxus-SUV ans Tageslicht bringen.

Ebenso brisant ist auch die Tatsache, was bei den „Rohrkrepierer-Ermittlungen“ in der Wohnung von Pavel S. gefunden und sichergestellt wurde: nämlich jede Menge Rattengift. „Dafür gibt es aber eine ganz klare Erklärung meines Mandanten“, sagt Arbacher-Stöger. In seinem slowakischen Heimatort betreibe er eine Landwirtschaft. Und da brauche man eben des Öfteren auch Gift, um der Rattenplage Herr zu werden.

Zitat Icon

Mein Mandant streitet alles ab.

Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger

Warum es im Salzburgerland „zwischengelagert“ werden musste, ist bislang nicht überliefert. Es wurde jedenfalls von der Spurensicherung sichergestellt.

Entscheidung über U-Haft erfolgt Dienstagvormittag
Beim „Krone“-Lokalaugenschein im Mehrparteienhaus erinnert lediglich ein kunterbuntes Kinderspielhaus im hohen, wuchernden Gras an die frühere Familienidylle des einst erfolgreichen HiPP-Mitarbeiters und der Mutter seiner Kinder. Dienstagvormittag wird darüber entschieden, ob über ihn die U-Haft verhängt wird. Über den Akademiker, dem nicht einmal eine Kündigung etwas ausmacht ...

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