Ein mehrfach vorbestrafter Salzburger (27) brauchte aufgrund einer entzündeten Wunde eine dringende Knie-Operation, ihm drohte sogar die Amputation. Da er aber als flüchtiger Strafhäftling nicht krankenversichert war, gab er im Spital die Identität seines Bruders an – und erschlich sich so die 18.000 Euro teure Behandlung.
Der einheimische Salzburger ist ein bekanntes Gesicht im Salzburger Landesgericht. 13 Vorstrafen, neun davon einschlägig, zählte der Richter beim Prozess am Donnerstag auf. Nach wie vor befindet sich der 27-Jährige in Strafhaft. Nun lautet der Vorwurf: schwerer Betrug. Im Herbst 2025 war der Kriminelle nach einem Freigang nicht mehr in die Justizanstalt zurückgekehrt.
Nach Freigang nicht zurückgekehrt
Nach einem Sturz bekam er medizinische Probleme mit seinem Knie, die er viel zu lange ignorierte. Jedenfalls so lange, bis er sogar in akute Lebensgefahr geriet – samt Rettungseinsatz. „Ich hatte Angst, dass mit meinem Namen die Polizei kommt. Deshalb habe ich den Namen und das Geburtsdatum von meinem Bruder gesagt“, erklärte er dem Richter, dem er auch immer wieder ins Wort fiel. „Der Arzt hat auch gemeint, dass zwei Tage später eine Amputation nötig gewesen wäre.“ Die E-Card vom Bruder hatte er nicht, betonte er mehrfach.
Vier weitere Eingriffe erfolgten samt stationärem Aufenthalt. Alles unter dem Namen des krankenversicherten Bruders, mit dem er „nicht das beste Verhältnis hat“, wie er erklärte. Dabei hätte er als Häftling in der Justizanstalt Anspruch auf medizinische Behandlung gehabt, bemerkte der Richter und verwies auf die vielen Vorstrafen und seinen Status als Rückfallstäter. „Bitte, nicht Haft“, bat der 27-Jährige um Milde.
„Es ist ein sehr unorthodoxer Betrug. Als Häftling hätten sie eigentlich Anspruch auf eine Behandlung in der Justiz gehabt, aber eben nicht in einem Salzburger Spital“, bemerkte der Richter. Das nicht rechtskräftige Urteil: 18 Monate unbedingte Haft.
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