Österreich schützt bedrohte Tierarten – doch teilweise auf Basis von Roten Listen, die bis zu 32 Jahre alt sind. Jede Zweite sei überfällig und teilweise seit über 20 Jahren nicht aktualisiert worden, klagt der Österreichische Tierschutzverein. Nur drei von 27 Listen seien aktuell.
Die älteste Liste – jene der Käfer – stamme gar aus dem Jahr 1994, lautete die Kritik. Gefordert wird „ein unabhängiges nationales Zentrum für Artenvielfalt und einen klaren politischen Auftrag zur raschen Aktualisierung der Roten Listen.“
Ihre Aktualisierung sei keine reine Verwaltungssache, sondern eine umweltpolitische Pflicht, so der Tierschutzverein: „Die nationalen Roten Listen sollten spätestens alle zehn Jahre auf dem neuesten Stand gebracht werden. Nur so kann zielgerichtet Arten- und Naturschutz umgesetzt werden“, wird der Ökologe Franz Essl zitiert.
Rote Listen gelten als zentrales wissenschaftliches Frühwarnsystem für den Artenschutz. Sie dienen dazu, Bestandsentwicklungen zu bewerten und Schutzmaßnahmen zu planen.
Petition ins Leben gerufen
Der Tierschutzverein hat unter tierschutzverein.at/petitionen/rote-listen eine Petition für seine Forderungen online gestellt. Dort heißt es: „Österreich hat sich national und international verpflichtet, die Biodiversität zu sichern, das Monitoring zu stärken und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Die aktuellen Strukturen reichen dafür offenbar nicht aus: Rote Listen sind veraltet, Zuständigkeiten zerstückelt und Schutzmaßnahmen kommen zu spät.“
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