"Uns geht es nicht darum, die YouTube-Anwender abzustrafen. Wir wollen Google zeigen, was wir könnten, wenn wir wollten", sagte GEMA-Direktor Urban Pappi. Die Forderung nach Löschung der ausgewählten Werke bzw. Sperrung des Abrufs von Deutschland aus solle ein Zeichen setzen, dass die internationalen Verwertungsgesellschaften die anhaltende illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke nicht akzeptieren.
"Betreiber von Online-Plattformen, die mit der Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken wie im Fall von YouTube Millionen an Werbeeinnahmen generieren, müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die diese Werke schaffen und damit den sogenannten Content liefern, angemessen vergütet werden", betonte Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, und ergänzte: "Die Rechteinhaber möchten, dass ihre Musik möglichst viel gehört wird - sofern sie vom Anbieter entsprechend lizenziert ist."
Google von GEMA-Entscheidung enttäuscht
Google zeigte sich von der GEMA-Entscheidung "enttäuscht": "Je mehr Musikvideos auf YouTube abgerufen werden und je populärer diese werden, desto mehr Geld kann YouTube erwirtschaften, um es mit Verwertungsgesellschaften und den von ihnen vertretenen Songwritern zu teilen", erklärte Google. Man könne jedoch nicht erwarten, dass sich YouTube in ein Geschäft begebe, bei dem es jedes Mal, wenn ein Musikvideo abgerufen wird, Geld verliere. "Das ist einfach nicht nachhaltig."
Streit um "angemessene Vergütung"
Die GEMA streitet seit über einem Jahr mit Google um eine "angemessene Vergütung" für Videos der von ihr vertretenen Künstler. Google hatte in der Vergangenheit die Position der GEMA als "völlig inakzeptabel" kritisiert, da YouTube damit bei jedem Abspielen eines Videos Verluste machen würde. Ein vorläufiger Vertrag zwischen Google und der GEMA war Ende März 2009 ausgelaufen. Seitdem erhalten die in der GEMA vertretenen Künstler keine Tantiemen mehr von YouTube.
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