Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) fordert eine Pfandpflicht für Lithium-Batterien. Jüngster Anlass sind zwei Großbrände in Entsorgungsbetrieben in der vergangenen Woche, die durch unsachgemäß entsorgte Akkus verursacht wurden.
„Die Situation spitzt sich weiter zu. Es vergeht keine Woche, in der es nicht irgendwo in Deutschland in Entsorgungsfahrzeugen, Betriebshöfen oder Sortieranlagen brennt, weil Lithium-Batterien nicht richtig entsorgt wurden“, erklärte BDE-Präsident Peter Kurth am Montag in Berlin. „Mit einem Pfand haben wir die Chance, den Akkus einen Wert zuzuschreiben und können so einen fachgerechten Umgang bei der Entsorgung erreichen.“
Zusätzlich fordert der BDE eine Aufklärungsoffensive. Die Verbraucher müssten besser über die Gefahren durch einen unsachgemäßen Umgang mit Lithium-Batterien informiert werden, forderte Kurtz. Er sieht dabei vor allem die Produzenten in der Pflicht. Die Aufklärung über die richtige Handhabung von Geräten und Akkus sei „Teil der Herstellerverantwortung.“
Alle Verantwortlichen müssten ihren Beitrag leisten, „um diese Gefahr einzudämmen“. „Die Lage ist dramatisch. Wir können und wollen nicht zusehen, bis wir bei diesen Brandfällen Tote und Schwerverletzte beklagen müssen“, so Kurth in einer Mitteilung abschließend.
Nur jede zweite Batterie in Österreich wird fachgerecht entsorgt
Die heimische Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) hatte bereits im Februar darauf hingewiesen, dass in Österreich nur jede zweite Batterie fach- und damit umweltgerecht entsorgt wird. Dies sei „nicht nur eine Verschwendung von recycelbaren Wertstoffen, sondern auch ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko“, warnte EAK-Geschäftsführerin Elisabeth Giehser damals.
Sie appellierte an die Konsumenten, die ausgedienten Batterien - richtig - zu entsorgen. Denn je nach Typ können auch Quecksilber und andere Schwermetalle enthalten sein, die giftige Emissionen verursachen. „Aus diesem Grund haben Batterien und Akkus - egal welcher Art - nichts im Restmüll verloren.“
2000 Sammelstellen
Batterien und Akkus bzw. Elektroaltgeräte sollten stattdessen bei den rund 2000 kommunalen Sammelstellen (Mistplätze, Recyclinghöfe, etc.) in Österreich kostenlos abgegeben und dadurch einer umweltgerechten Verwertung zugeführt werden. Auch in Geschäften, die Batterien und Akkus verkaufen, könnten ausgediente Energiespender kostenlos in dafür vorgesehenen, gekennzeichneten Sammelboxen abgegeben werden.
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