NÖ-Gesundheitspolitik

Klinik-Standort fix: Stockerau erhält Zuschlag

Niederösterreich
20.04.2026 13:13

14 niederösterreichische Gemeinden wollten ihn, Stockerau hat ihn bekommen: Der Standort für das neue Zentralklinikum im Weinviertel geht an die größte Stadt des Landesviertels. Um auch den nördlichen Teil des Weinviertels zu versorgen, bleibt Mistelbach unverändert – als „zweites Schwerpunktkrankenhaus“ neben dem Neubau in Stockerau.

In vielen Gemeinden machte man sich für das neue Gesundheits-Projekt stark. Sichert es doch Arbeitsplätze und gilt als Wirtschaftsmotor. Das „Standortfindungsteam“ hat nun entschieden. Das im Gesundheitsplan 2040+ definierte Projekt „Klinikum Weinviertel Süd-West“ mit 700 Betten und 2300 Angestellten wird in Stockerau errichtet und soll nahe der Alten Au in 15 Jahren in Betrieb gehen.

Wie die Landesräte Anton Kasser, Martin Antauer und Christiane Teschl-Hofmeister, der Ärztliche Direktor Rainer Ernstberger, Pflegeexperte Franz Kolland sowie der Leiter des Expertengremiums des NÖ Gesundheitsplans 2040+, Markus Klamminger, am Montag bekannt gaben, wird es zwei Haupthäuser im Weinviertel geben: Stockerau und den bestehenden Standort Mistelbach. Nicht bei der Präsentation dabei war übrigens SPÖ-Gesundheitslandesrätin Eva Prischl...

Das neue Großspital soll die drei bisherigen Spitäler Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau in sich vereinen und modernste medizinische Möglichkeiten bieten. 

Zuletzt machten Politiker aus dem Bezirk Korneuburg Werbung für ihre Region. „Das Zentralklinikum muss im Bezirk Korneuburg erreicht werden“, forderten sie – die „Krone“ berichtete. Und sie behielten recht.

Hollabrunn, Korneuburg und PVZ
Die Expertenrunde kündigte außerdem an, dass in jeder Bezirkshauptstadt ein Primärversorgungszentrum – falls noch nicht vorhanden – die flächendeckende Gesundheitsversorgung garantieren soll. In Korneuburg soll ein Ausbildungscampus entstehen, Hollabrunn soll um 288 Betten erweitert werden und soll als „Pflegecampus“ weitere Kompetenzen und Kapazitäten erhalten. 

Kritik von den Grünen, Lob von Neos
Auf wenig Gegenliebe stoßen die Pläne bei den Grünen. „Der Norden des Weinviertels wird medizinisch im Rege stehen gelassen. ÖVP und FPÖ dünnen mit diesem Weg den ländlichen Raum weiter aus“, kritisiert Gesundheitssprecherin Silvia Moser. Auch dass der neue Standort in Stockerau im Hochwassergebiet liegt, stößt der Öko-Partei sauer auf. Neos begrüßen indes die Entscheidung für den Klinikstandort. Sprecherin Edith Kollermann lobt: „Transparente Kriterien gaben den Ausschlag und nicht politische Zurufe.“

Konter der Volkspartei
ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner zeigte sich daraufhin abermals verwundert über den grünen Alleingang, wenn es um die Gesundheitsregion Weinviertel geht: „Die niederösterreichischen Grünen haben offenbar nicht verstanden, dass der Gesundheitsplan 2040+ der mutige Vorstoß in eine gesicherte und nachhaltige Gesundheitsversorgung Niederösterreichs ist.“

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