In Österreich wird immer weniger Diesel verbraucht. Wie eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, ist die Menge, die hierzulande getankt wird, deutlich gesunken. Und der Grund dafür liegt nicht in Lieferengpässen wegen des Iran-Kriegs ...
Laut VCÖ markiert das Jahr 2019 einen Wendepunkt. Flossen damals noch fast 8,4 Milliarden Liter in die Tanks von Lkw, Pkw und anderen Fahrzeugen, waren es 2025 nur noch 6,2 Milliarden Liter. Auch der Verbrauch der privaten Haushalte ist im langjährigen Vergleich rückläufig.
Blickt man auf die gesamte in Österreich getankte Menge von 2010, als 7,41 Mrd. Liter verbraucht wurden, bis heute, sticht vor allem 2019 heraus. Bis zu diesem Jahr ging der Verbrauch pro Jahr fast kontinuierlich nach oben, danach fast kontinuierlich zurück.
Lkw-Tanktourismus abgeflaut
Zwischen 2019 und 2025 lag das Minus bei fast 27 Prozent, zeigen Daten des WKÖ-Fachverbands der Mineralölindustrie. Diese umfassen unter anderem die Transportindustrie bzw. die Frächter, Firmenautos, aber auch Touristinnen und Touristen, die in Österreich tanken. Grund für den Rückgang seit 2019 sei vor allem ein geringerer Lkw-Tanktourismus. Aber auch der Pkw-Verbrauch sei gesunken, hielt der VCÖ fest.
Privathaushalte verbrauchen weniger
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Dieselverbrauch der privaten Haushalte. Im Jahr 2024 lag dieser bei 1,75 Mrd. Liter und damit deutlich niedriger als noch gut 20 Jahre davor. Damals waren noch gut 2,14 Mrd. Liter in die Tanks gekommen. Einen Höchststand gab es im Zeitraum 2011 bis 2012, als der Verbrauch 2,3 Mrd. Liter betrug. Bei den aktuellen Spritpreisen bedeute der Mengenrückgang eine Ersparnis von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr, rechnete der VCÖ vor.
Experte hält „Spritverbrauchsbremse“ für notwendig
Trotz des rückläufigen Verbrauchs hält der VCÖ eine weitere Reduktion für notwendig. „Wirksamer als die Spritpreisbremse ist eine Spritverbrauchsbremse“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Es fehle in Österreich etwa an einer Bewusstseinskampagne für spritsparendes Fahren oder Anreize zum Umstieg auf Fahrräder und Öffis, so die Kritik.
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