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„F1 2019“: Wie gut ist der Formel-1-Simulator?

Digital
08.07.2019 09:45
Porträt von Harald Kaplan
Von Harald Kaplan

Der Klang der Motoren, wenn die Boliden vorbei rasen, ist unverkennbar. Betörend. Altertümlich. Die Meinungen gehen inzwischen auseinander. Der Verbrennungsmotor hat schließlich seine besten Zeiten hinter sich. In Spielberg zeigte sich aber einmal mehr: Die Formel 1 zieht - noch - die Massen an. Sie wurden mit einem selten packenden Grand Prix belohnt.

Während Mercedes weiterhin den Bewerb dominiert, sorgt Codemasters zuverlässig für jährlichen digitalen Nachschub. F1 2019 versteht sich als konsequente Weiterentwicklung, Kritiker sprechen von einem besseren Update. Evolution statt Revolution ist angesagt. Genauso wie beim realen Vorbild. Die Voraussetzungen sind auch gegeben. Die Vorgängerversion hatte zwar ihre Schwächen, war aber durchaus gelungen.

Im ersten Moment irritiert, dass die integrierte Formel 2 dem Stand von 2018 entspricht. Zum einen wird ein Update dazu nachgereicht, zum anderen liegt es primär am Story-Modus. Darin dienen die letzten drei Formel 2 Rennen der Vorsaison für den talentierten Racer quasi als Prolog, bevor es in die Königsklasse Formel 1 geht. Die Handlung strotzt dabei keineswegs vor Genialität, doch das tut der Motivation keinen Abbruch. Zugegebenermaßen ist im Sportspielbereich ein Hollywood-würdiger Plot eher nicht zu erwarten, und die Themenvariationen von „ein junges Talent wird zum Superstar“ sind begrenzt.

Mehr CPU-Hilfe, mehr Konkurrenz
Erfreulicherweise erlaubt es Codemasters nun, sich nur mehr aufs Rennwochenende zu konzentrieren. Die Zwangsbeglückung, alle Trainingseinheiten selbst durchführen zu müssen, mag die F1-Fans begeistern. Der Rest nimmt dankend die CPU-Hilfe an. Des Weiteren ist ein härterer Konkurrenzkampf mit dem Teamkameraden hinzugekommen. Diesen zieht es vermehrt ins Rampenlicht. Das lässt das eigene Ego klarerweise nicht zu und so stürzt man sich beispielsweise in ein Schaurennen, um ihm die Lorbeeren nicht alleine zu überlassen.

Ansonsten glänzt F1 2019 mit seiner fantastischen Steuerbarkeit. Das betrifft auch und vor allem das Gamepad. Der Bolide lässt sich sogar mit wenig Übung in den leichten Schwierigkeitsstufen über die Strecke steuern, ohne laufend neben der Strecke zu landen. Einzig bei nassen Bedingungen sollte beim heraus Beschleunigen aus Kurven vorsichtig mit dem Gaspedal umgegangen werden. Der Wagen neigt in solchen Situationen zum unkontrollierten Ausbrechen.

Alle Regeländerungen berücksichtigt
Selbstredend für ein offiziell lizensiertes Produkt sind alle Reglementänderungen berücksichtigt worden. Die grafische Umsetzung glänzt wie eh und je. Dazu passend dürfen im neu hinzugekommenen Showroom die Fahrzeuge, besonders schön in Szene gesetzt, von allen Seiten betrachtet werden. Ein nettes Extra, aber nicht mehr.

Der Multiplayer-Modus bietet die Möglichkeit, Ligen und Turniere anzulegen. Schade nur, dass dafür die Onlinemeisterschaften weggefallen sind. Um aus dem Teilnehmerfeld herauszustechen oder die eigene individuelle Note ins Spiel zu bringen kann eine entsprechende Lackierung kreiert oder im Shop ein Skin erstanden werden. Sehr positiv:Für ein Vorankommen im Spiel ist keine Bezahlung von irgendwie gearteten Zusatzpaketen notwendig.

Fazit: Bei F1 2019 verhält es sich ähnlich wie mit Mercedes in der Formel 1. Bei einem derart gut funktionierenden Produkt bzw. Rennwagen steht die konsequente Weiterentwicklung im Vordergrund. Zu einem grundlegenden Umbruch besteht auch kein Grund. So betrachtet bietet F1 2019 sowohl Fans als auch Gelegenheitsspielern das passende Angebot, um wie ein Hamilton oder Vettel um die F1-Weltmeisterschaft zu rittern.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 9/10

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