Di, 25. Juni 2019
13.06.2019 11:38

Digitaler Augenstress

Experten warnen vor zu viel blauem Licht

UV-Strahlen sind nur eine Seite des Lichtspektrums. Immer mehr rückt mit dem verstärkten Einsatz von Smartphone- und Computer-Displays das Blaulicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: der intensive, kurzwellige Bereich des sichtbaren Lichts. Während dieser im Tageslicht positive Auswirkungen hat, warnen viele Experten vor zu viel Strahlung durch Displays und LED-Lampen.

„Einerseits bremst das Spielen im Tageslicht bei Kindern die fortschreitende Kurzsichtigkeit ein“, sagt Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker. Andererseits gebe es Warnungen, wonach exzessive digitale Blaulicht-Emissionen Augenschäden wie etwa Makula-Degeneration verursachen können. Brillen mit Blaulichtfilter - die erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind - seien daher sinnvoll, da sie zum Beispiel bei intensiver Arbeit am Computer digitalen Augenstress - das visuelle „Rauschen“, das Blendung und Augenermüdung erzeugt - und weitere Folgeerscheinungen minderten, so Gschweidl.

Auswirkungen auf Biorhythmus
Die Folgen für den Schlaf-Wachrhythmus könnten nämlich sonst gravierend sein: Die Anwesenheit von blauem Licht habe bedeutende Auswirkungen auf den Biorhythmus des Menschen und sei ein wichtiger Zeitgeber. Blaulicht in der Nacht, etwa bei der Verwendung von digitalen Geräten, kann nach Ansicht von Experten zu Schlafstörungen und chronischem Schlafmangel führen.

„Blauwelliges Licht unterdrückt nachhaltig die Melatonin-Ausschüttung“, erläuterte Gerhard Klösch, Schlafforscher an der Medizinischen Universität Wien. Ein geringer Melatoninspiegel begünstige das Entstehen bestimmter Krebsarten, beispielsweise Brust- und Prostatakrebs, spiele aber auch bei der Entstehung von Diabetes Typ II und krankhaftem Übergewicht eine wichtige Rolle. Dabei könne die Beleuchtungsstärke durchaus gering sein, etwa unter 20 Lux, so der Wissenschaftler. Die Effekte zeigen sich nach 15 bis 20 Jahren.

Unterstützung per Software
Der Schlafforscher empfiehlt daher, bei nächtlicher Beleuchtung gelbe, rote oder grüne Lichtquellen zu nutzen und bei digitalen Endgeräten Filter einzusetzen. Diese lassen sich bei vielen iOS- und Android-Geräten über die Einstellungen aktivieren oder per App nachrüsten. Mit dem „Nachtmodus“ bietet Windows 10 auch auf dem PC eine entsprechende Funktion.

In die Ferne schauen
Der Mensch sei auch nicht dafür geschaffen, nur in die Nähe zu schauen, merkt Gschweidl an. Am Arbeitsplatz sei die „20-20-20“-Regel hilfreich. Demnach soll man während der Bildschirmarbeit alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas blicken, das 20 Fuß (rund sechs Meter; Anm.) weit entfernt ist. Die passende, auf die Bildschirmdistanz ausgerichtete Brille - entspiegelt und eventuell mit Blaulichtfilter - sei ganz wichtig. Autolenkern können beim Fahren in der Nacht Spezialbrillen helfen, die den Kontrast erhöhen, aber die Blendung verringern.

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