05.06.2019 12:43 |

Strände, Schätze, Meer

Albanien: Mediterraner Geheimtipp an der Adria

Es muss nicht immer Italien oder Griechenland sein. An Albaniens Riviera-Küste locken kleine feine Strände, erstklassiges Essen und UNESCO-Schätze die Besucher an.

Bora Bora liegt in Albanien. Okay, nein, nicht das Atoll im Süd-Pazifik, aber der kleine Strandabschnitt in Ksamil an der Riviera, der denselben Namen trägt. Und auch hier glitzert das Meer türkis, und das mediterrane Klima verspricht immerhin 300 Sonnentage pro Jahr. Kleine vorgelagerte Inselchen können ganz leicht per (Tret-)Boot oder – wer es gerne sportlich mag – schwimmend erreicht werden. Nach einem „anstrengenden“ Strandtag kehrt man am besten in eines der Lokale vor Ort ein. Freunde der mediterranen Küche sind hier an der Küste nämlich genau richtig. Fangfrischer Fisch, Meeresfrüchte aller Art, Oliven sowie Schaf- und Ziegenkäse werden aufgetischt. Und wo Letztere herkommen, sieht man sofort, wenn man sich ein wenig ins Landesinnere begibt.

Schafe, Ziegen und die dazugehörigen Hirten prägen ebenso das Landschaftsbild wie unzählige Betonbunker, die in den 1970er-Jahren während des kommunistischen Regimes errichtet worden sind. Immer noch sieht man sie - mittlerweile von der Natur zurückerobert und teilweise verwachsen - auf den Hügeln. So auch auf unserer Fahrt nach Butrint. In diesem rund 90 Quadratkilometer großen Nationalpark befindet sich der Butrintsee, in dem auch Muschelzucht betrieben wird. Seit 1992 befindet sich die antike Stadt Butrint auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die ersten Ausgrabungen fanden hier 1924 statt, und immer noch sind die Archäologen damit beschäftigt, Schätze aus dem Boden zu bergen.

Eines der Prunkstücke ist zweifelsohne das Baptisterium aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts. Es besteht aus zwei Kreisen mit jeweils acht massiven Säulen, in deren Mittelpunkt sich das Taufbecken befunden hat. Das 54 m2 große Mosaik zeigt Darstellungen von Fischen und Pfauen sowie diverse Ornamente. Und wir haben Glück: Denn den größten Teil des Jahres ist es, unter Kieselsteinen bedeckt, verborgen, um es vor Umwelteinflüssen zu schützen. Sehenswert ist auf jeden Fall auch das große römische Theater. Es stammt aus dem 2. Jh. nach Christus und hatte Platz für bis zu 2500 Zuseher. Sehr komfortabel hatten es die ranghohen Gäste in den ersten 6 Reihen – hier sind auf den Sitzflächen Rillen im Stein zu erkennen, die eine Grenze darstellen sollen, damit ja niemand den Vordermann mit seinen Schuhen behindern bzw. beschmutzen konnte. Auf dem riesigen Areal sind außerdem noch Thermen, das Aquädukt oder eine byzantinische Basilika zu besichtigen. Von der Burg auf dem Hügel präsentiert sich ein wunderschöner Blick über den Nationalpark mit dem Kanal und die nicht weit entfernte Insel Korfu in Griechenland, gegen dessen Bedrohung sich das antike Butrint oft verteidigen musste.

Ebenfalls unter UNESCO-Schutz steht Gjirokastra
Den besten Blick hat man natürlich von oben, von der Burg mit dem Uhrturm, der von Weitem sichtbar ist. Wenn die Schieferdächer der Altstadt schimmern, wird klar, wie die Stadt zu ihrem Namen kam, der so viel wie „Silberburg“ bedeutet und der ihr von den Griechen gegeben wurde. Anfang des 15. Jh.s wurde sie vom Osmanischen Reich erobert und gegen Ende des 19. Jh.s wieder unabhängig. Enver Hoxha, der kommunistische Diktator, wurde 1908 in dieser Stadt geboren. An der Stelle, an der sein Geburtshaus stand, ist heute das Ethnografische Museum untergebracht. Hier kann man einen Blick zurück in die Vergangenheit werfen, wie das Alltagsleben ausgesehen hat.

Auf dem Weg Richtung Saranda - dem größten Ort an der Küste, in der Hochsaison verdreifacht sich die Anzahl der Einwohner - legen wir noch einen Stopp bei den Quellen des Flusses Bistrica ein, die in einem Schutzgebiet liegen.

Leider ist das Baden in der Blue Eye Spring verboten, aber der kühle Lufthauch, der vom ca. 12 Grad frischen Wasser aufsteigt, erfrischt trotzdem. Aus mehr als 50 Meter Tiefe wird das Wasser an die Oberfläche gedrückt. Durch das Sonnenlicht, das auf den hellen Kalkstein trifft, schimmert das Wasser in einem strahlenden Blau – fast wie das Meer von Bora Bora.

Elisabeth Salvador, Kronen Zeitung

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