Süßigkeiten mit Metall

Halloween-Horrorfunde in immer mehr Bundesländern

Österreich
02.11.2026 20:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

In mehreren österreichischen Bundesländern sind am Montag zu Halloween gesammelte Süßigkeiten aufgetaucht, die Unbekannte offensichtlich mit Metallgegenständen präpariert haben. Wie das Bundeskriminalamt (BK) am Abend mitteilte, sind bisher die Bundesländer Oberösterreich, die Steiermark und Niederösterreich betroffen. 

Das BK warnte Eltern und andere Erziehungsberechtigte, die mit den Kindern gesammelten Naschsachen vor dem Verzehr zu kontrollieren: Der bisher wohl gefährlichste bekannt gewordene Fall betrifft Linz: Dort haben Unbekannte Halloween-Süßigkeiten mit Nägeln präpariert. Ein 28-jähriger Vater hat in Schokoriegeln und Kaubonbons, die seine Kinder gesammelt hatten, Nägel gefunden, berichtete die Polizei am Montag. Die Exekutive warnte vorsorglich vor dem Verzehr von Halloween-Süßigkeiten, die im Stadtteil Linz-Oed gesammelt wurden. Am Abend gab die steirische Polizei bekannt, dass auch in zwei steirischen Bezirken metallische Gegenstände in Naschsachen gefunden wurden.

Die Nägel in Linz hatten laut Polizei eine Länge von einem Zentimeter. Teils seien sie offenbar von außen hineingedrückt worden und gut sichtbar gewesen, teils seien sie in den Süßigkeiten versenkt und nicht zu erkennen gewesen, so eine Polizeisprecherin. Man geht davon aus, dass die Naschereien händisch präpariert wurden. Weitere Fälle seien bisher nicht gemeldet worden. Zu konkreten Ermittlungsschritten gab man sich bei der oberösterreichischen Exekutive eher bedeckt.

Weiterer Fall in Bezirk Vöcklabruck
Im Bezirk Vöcklabruck erstattete eine Mutter Anzeige, nachdem sie eine dickere Nadel in einem Kaubonbon und in einem Schokoriegel entdeckt hat, die ihre 11-jährige Tochter am Freitagabend im Gemeindegebiet von Vöcklamarkt gesammelt hatte. Laut Polizeiaussendung biss das Mädchen in eine der Süßigkeiten, wurde dabei aber nicht verletzt.

Vier Fälle in steirischen Bezirken Weiz und Leibnitz
Die steirische Polizei bestätigte am Abend einen Bericht des „Kurier“. Derzeit seien vier Fälle in den Bezirken Weiz und Leibnitz bekannt. Um welche metallischen Gegenstände es sich handelt, gab die Polizei nicht bekannt. Dem „Kurier“ zufolge könnte es sich unter anderem um eine Büroklammer handeln.

Verletzt wurde laut steirischer Polizei bisher niemand. Die Exekutive riet, die in der Halloween-Nacht gesammelten Süßigkeiten vor dem Verzehr genau zu überprüfen. Die Ermittlungen der steirischen Landespolizeidirektion laufen gegen unbekannte Personen.

Zitat Icon

Die Polizei nimmt diese Vorfälle sehr ernst. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Bundeskriminalamt

Fall im Bezirk Amstetten
Am Abend wurde ein weiterer Fall in Niederösterreich bekannt. Dabei sind mit Metall präparierte Naschsachen im Bezirk Amstetten aufgetaucht. Näheres wollen die Polizeibehörden am Dienstag bekanntgeben.

„Die Polizei nimmt diese Vorfälle sehr ernst. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und werden hinsichtlich möglicher Zusammenhänge durch das Bundeskriminalamt geprüft und koordiniert“, hieß es in der Stellungnahme des BK. Nach derzeitigem Ermittlungsstand würden aber keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den angezeigten Fällen vorliegen. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald neue, gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Die Warnung präzisierte das BK weiter dahin, dass „insbesondere“ darauf zu achten sei, „ob Verpackungen beschädigt oder manipuliert wurden und ob sich Fremdkörper, insbesondere metallische Gegenstände, in den Süßigkeiten befinden“. Bei verdächtigen Feststellungen sollte sofort die Polizei verständigt werden.

Ähnliche Fälle in Deutschland
Offen ist, ob die Taten durch Social Media oder ähnliche Fälle in Deutschland befeuert worden sein könnten. Dort haben am Wochenende ebenfalls Kinder in ihren eingesammelten Halloween-Süßigkeiten Nadeln oder andere Metallobjekte gefunden. Entsprechende Fälle meldete die Polizei unter anderem in Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

In Niedersachsen wurde ein neunjähriges Mädchen laut dpa durch eine gut fünf Zentimeter lange Stecknadel in einem Schokoriegel an der Zunge verletzt. Die präparierten Süßigkeiten waren von einem Unbekannten in Bremervörde zwischen Bremerhaven und Hamburg verteilt worden.

Fund in Regensburg
In Regensburg entdeckte eine Mutter laut dpa am Nachmittag spitze und teils mehrere Zentimeter lange Nähnadeln in Schokoriegeln, die ihr Sohn eingesammelt hatte. Der Bub und seine Freunde waren demnach am Freitagabend im Dörnberg-Viertel unterwegs gewesen, wie die Polizeiinspektion Regensburg-Süd mitteilte. Dort fahndet die Polizei nun nach dem Täter. Die Beamten leiteten Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ein.

In Schwarzenbach im Kreis Neustadt an der Waldnaab nordöstlich von Nürnberg fand ein zehn Jahre altes Mädchen eine etwa vier Zentimeter lange Nadel in einem Schokoriegel. Das Kind trug keine Verletzungen davon, wie die Polizeiinspektion Eschenbach berichtete. Die Beamten appellierten an etwaige Zeugen, sich bei der Polizei zu melden.

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