Basierend auf den Informationen des Buches „Benkos Luftschloss“ entstand der fiktionale Spielfilm „Benko – Size Does Matter“ mit Kabarettist Thomas Stipsits. Montagabend war Fernsehpremiere im ORF, davor drang darüber nichts durch. Wohl auch aus Sorge vor einer einstweiligen Verfügung, die eine Ausstrahlung noch hätte verhindern können.
Die Sache war und ist zu ernst ... Umso mehr wunderte es, als es hieß, dass für „Benko – Size Does Matter“ Kabarettist Thomas Stipsits für die Titelrolle des Millionenpleitiers gecastet und engagiert wurde.
Stipsits mit Tiroler Akzent
Nach der ORF/ARD/SRF-Premiere am Montag ist nun klar: Regisseur Raymond Ley ist ein wahrer Glücksgriff gelungen, denn Stipsits (gebürtiger Steirer, tiefverwurzelt mit dem Burgenland) gelingt der Spagat zwischen Drama und pointiertem Sarkasmus, ohne dabei ins Clowneske samt seines eintrainierten, Tiroler Akzents abzudriften.
Alt-Mime Heino Ferch spielt den real nicht existierenden „Einflüsterer“, den Schatten, der Benko dabei begleitete, was ihn letztlich zu dem machte, was er heute ist und wo er (bislang) geendet hat. Patricia Aulitzky verkörpert Nathalie Benko. Dabei gilt jedenfalls: Man muss in der Causa firm sein, sonst sind die Sprünge zwischen den Zeiten und Orten wild und für gewöhnlich eher getragene 20.15 Uhr-Hauptabend-Formate gewagt. Doch der Stoff trägt’s, der (im wahrsten Sinne des Wortes) Fall des René Benko sowieso ...
Kann Stipsits Benko?
Die Erkenntnis nach 90 Minuten Schauspiel? Es handelt sich um ein Zeitdokument, ein Manifest über das Scheitern eines Immo-Jongleurs, dessen Talfahrt bis heute andauert – so vermittelt es der Film. Und noch was: Er zeigt deutlich, dass sich Thomas Stipsits mit dieser Darstellung für das Genre der Charakterdarsteller empfohlen hat.
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