10.03.2019 06:08 |

Multiple Sklerose

Das Schlimmste ist die Unberechenbarkeit

Dank moderner Medikamente sind Patienten in der Lage, ein nahezu normales Leben zu führen. Ein Betroffener erzählt, wie er seine Erkrankung in den Griff bekam und nun auch sein liebstes Hobby, das Reisen, wieder ausüben kann.

Begonnen hat alles vor neun Jahren mit starken Kopfschmerzen und dem Sehen von Doppelbildern„, erzählt Chris S. Ein Dreivierteljahr und zahlreiche Arztbesuche später erhielt der damals 45-Jährige eine Diagnose, die ihm den Boden unter den Füßen wegzog: Multiple Sklerose (MS).

“Mir ist es damals sehr schlecht gegangen. Ich litt gerade an einem akuten Schub, konnte nicht laufen und hatte auch ganz falsche Bilder im Kopf. Heutzutage bedeutet MS keinesfalls automatisch ein Leben im Rollstuhl - aber das wusste ich damals nicht.„ Innerhalb weniger Monate war der Kommunikationstrainer einer großen Firma auf einmal schwerbehindert und Pensionist.

Nach der Reha startete die Basistherapie und Symptombekämpfung durch Schmerzmittel sowie Physiotherapie. Die Beschwerden wurden weniger, es blieb jedoch eine ständige Unsicherheit. „Das ist das Schlimmste an MS, diese Unberechenbarkeit. Man kann nichts planen und weiß nie, wann wieder ein Schub kommt“, erzählt Chris.

“Ich habe von Anfang an offen über meine Krankheit gesprochen - das ist sehr wichtig. Die meisten Menschen in meinem Umfeld sind auch sehr gut damit umgegangen und haben mich unterstützt. Innerhalb von 5 Tagen bauten Freunde mein gesamtes Badezimmer komplett um„, lacht der 54-Jährige. “Ich musste aber erst lernen, Hilfe anzunehmen, was nicht leicht war. Auch gab es - zum Glück sehr wenige - Menschen, die sich zurückzogen, weil sie die falschen Vorstellungen von MS hatten.„

Seit zwei Jahren erhält der glücklich verheiratete Vater dreier mittlerweile erwachsener Töchter nun eine neue Therapie, die bei hochaktiver MS eingesetzt wird. Statt ständiger Injektionen muss er nur noch einmal im Jahr, 10 Tage lang, ein Medikament (mit dem Wirkstoff Cladribin) in Tablettenform einnehmen. “Ich kann mittlerweile ein fast normales Leben führen und mein liebstes Hobby, das Reisen, ausüben. Ich bin sehr viel unterwegs, auch im Ausland."

Kronen Zeitung, Mag. Regina Modl

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