02.02.2019 06:00 |

Zuviel Tote beim Sport

Vorbeugen ist besser als Sterben ...

In Österreich und auch weltweit passieren immer mehr Todesfälle bei der Sportausübung. Betroffen sind nicht nur Profis, sondern mehr noch Amateure. Sportmediziner Prof. Bachl: „Ich rate dringend zu vorbeugenden Untersuchungen, um dieses Risiko zu minimieren!“

Zu den am häufigsten geäußerten guten Vorsätzen für ein neues Jahr gehört der Schwur: „Ich werde mich mehr bewegen!“ Überraschend viele im Lande betreiben dann tatsächlich wieder oder erstmals Sport. Und begeben sich nicht selten in Lebensgefahr. Dazu Krone-Autor Univ.-Prof. Dr. Norbert Bachl, international anerkannter Sportmediziner: „Vor allem viele Hobbysportler übertreiben oder trainieren, obwohl sie eigentlich krank sind. Daher sollten sie unbedingt wissen, ob sie wirklich gesund sind und was sie sich zumuten dürfen. Es ist nämlich eine Tatsache, dass 2018 in Österreich und weltweit viele Todesfälle bei Sportlern passiert sind. Weniger durch Unfälle, sondern aufgrund von Herzkreislauferkrankungen im Zuge der Sportausübung. Wie solche Katastrophen zu verhindern sind, zeigt uns das Beispiel Italien: Dort gibt es schon seit Jahrzehnten verpflichtende sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen bei allen Hobbyathleten (bei Profis ist das eine Selbstverständlichkeit). Und zwar ab dem Zeitpunkt, an dem sie an Wettkämpfen teilnehmen. Mit dieser Maßnahme ist es bei unseren südlichen Nachbarn gelungen, die Herztodesrate bei Sportausübung um nicht weniger als 89 Prozent zu senken! Damit liegt das Risiko für italienische Sportler noch unter jenem der Nichtsportler.“

Hut ab also vor den Italienern. Sie haben ja im Gegensatz zu Österreich noch in einem anderen Bereich der Gesundheitsvorsorge konsequente Haltung bewiesen: Das Rauchverbot in den Lokalen funktioniert ausgezeichnet. Kein Gastwirt ist dort deshalb zugrunde gegangen Aber es gibt Licht am Horizont! Prof. Bachl: „Die Europäische Gesellschaft für Sportmedizin hat die Initiative, die auch bereits in ein paar anderen Ländern gilt, aufgegriffen. Es wird eine standardisierte Untersuchung angeregt, die folgende Punkte umfassen sollte:

  • Eigen-, Familien- und Sportanamnese - Auflistung von persönlichen Gesundheitsdaten (Größe, Gewicht, Allergien, frühere und bestehende Krankheiten, Operationen etc.), welche Erkrankungen gibt es bei nahen Familienangehörigen? Welcher Sport wird wie intensiv betrieben?
  • Physikalische Untersuchung (innere Organe, Bewegungsapparat)
  • Lungenfunktion
  • Ruhe- und Belastungs-EKG
  • Ruhe- und Belastungsblutdruck

Dieser Test gibt nicht nur Auskunft über allfällige Risikofaktoren, sondern hilft auch bei der Trainingsberatung sowohl bei Gesunden als auch Personen mit Erkrankungen.“ Aus diesem Anlass bemüht sich die Österreichische Gesellschaft für Sportmedizin, nun endlich eine derartige Untersuchung auch in unserem Land verpflichtend einzuführen. Knapp vor Jahreswechsel haben daher auch Vertreter der ÖGSMP (Univ.-Doz. Dr. Günther Neumayr, Univ.-Prof. Dr. Peter Schober und Univ.-Prof. Dr. Norbert Bachl) diesbezüglich mit Mitarbeitern von Sportminister H. C. Strache verhandelt. Für Österreich nicht völlig überraschend gab es inhaltlich sofort eine Einigung, wenngleich mit Pferdefuß. Die Sinnhaftigkeit des verpflichtenden Tests wird anerkannt. Offen blieb die Frage der Finanzierung. Es wurden weitere Gesprächsrunden vereinbart

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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