Tiroler Volkspartei

Nach Rückzug von LR Mair bleibt eine schiefe Optik

Tirol
26.08.2026 07:30

So normal der Rücktritt der ÖVP-Landesrätin Astrid Mair auch sein mag, überrascht die Rasanz ihres beruflichen Wechsels doch ziemlich. Tirols Landespolizeidirektor zeigt wenig Verständnis, Landeshauptmann Anton Mattle sieht einen ungünstigen Zeitpunkt.

In jüngster Zeit erhitzen – ähnlich wie die zuletzt hochsommerlichen Temperaturen – immer wieder aufkommende Gerüchte über etwaige Postenschacher die Gemüter. Sprich, dass die eine Person diese Position nur bekommen habe, weil sie den Boss gut kenne. Umgekehrt freilich sind ähnliche Szenarien ebenso nicht ausgeschlossen. Oft steckt purer Neid hinter diesen Gerüchten. Von Kandidaten, die nicht zum Zug gekommen sind. Oft, aber eben nicht immer. Vor allem die ÖVP scheint derzeit einen „Lauf“ in dieser Hinsicht zu haben. Einen, der alles andere als angenehm für die Partei und deren Spitzen ist. Aber gleich vorweg: Andere Parteien, aber auch Kammern sind diesbezüglich um keinen Deut besser.

Zuletzt „erhitzte“ der Rückzug von Landesrätin Astrid Mair (ÖVP) die Gemüter. Freilich steht es jeder Politikerin und jedem Politiker frei, sich beruflich zu verändern. Das Tempo bei Mairs Wechsel überrascht aber doch ein wenig. Am 21. August gibt sie ihren Rücktritt bekannt, um am 1. September bereits den neuen Job als stellvertretende Leiterin der Fremdenpolizei anzutreten.

Die Politik und die „normale Arbeitswelt“
In der „normalen Arbeitswelt“ geht das eher schwer bis gar nicht, da gibt es Kündigungsfristen, die einzuhalten sind. Auch, weil der Betrieb den Mitarbeiter oft noch braucht, auf ihn angewiesen ist. Politik darf natürlich nicht mit der „normalen Arbeitswelt“ verglichen werden. Dennoch sagt es schon einiges aus und wirft berechtigt Fragen auf. Etwa, warum eine Landesrätin nicht nachbesetzt wird? Hier den Spargedanken anzuführen, ist wenig glaubwürdig, eher lächerlich. Sonst sollte man gleich noch ein, zwei weitere Regierungsmitglieder einsparen, bei denen man auch nicht wirklich weiß

Lebensgefährte wohl als „befangen“ einzuordnen
Auffallend ist, dass im Fall „Mair“ kaum bis keine wie auch immer geartete Unterstützung bzw. Fürsprache aus den eigenen Reihen kam. Umso überraschender war es, als sich am Montag Landespolizeidirektor Helmut Tomac via ORF Tirol zu Wort meldete. Er habe „kein Verständnis für die Aufregung“, wird er zitiert. Das ist insofern interessant, als Tomac der Lebensgefährte von Mair ist und in dieser Causa wohl als „befangen“ einzuordnen ist. Eine gewisse „schiefe Optik“ ist hier allemal zu sehen und die „Aufregung“ teils durchaus berechtigt.

Dazu passt ein anonym der „Krone“ zugespieltes Schreiben, in dem es heißt, dass der langjährige Stellvertreter bei der Fremdenpolizei mit „fadenscheinigen Vorwürfen seines Postens enthoben“ wurde, um den Weg für Mair freizumachen. Auch würde bei der Polizei unliebsamen Bewerbern im Vorfeld klargemacht, was sie zu erwarten hätten, würden sie sich tatsächlich bewerben. Nämlich wenig Gutes.

Freilich sind derartige anonyme Schreiben samt Vorwürfen ähnlich zu bewerten wie die eingangs erwähnten Gerüchte. Aber manchmal steckt eben doch ein bisschen Wahrheit in diesen Botschaften.

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