03.01.2019 14:41 |

Geheime Handlanger

Populäre Handy-Apps schicken Privates an Facebook

Obwohl das soziale Netzwerk 2018 vom größten Skandal der Firmengeschichte gebeutelt wurde, steht Facebook abermals wegen dem Thema Datenschutz in der Kritik. Diesmal richten sich die Vorwürfe nicht nur gegen das soziale Netzwerk, sondern gegen das Who-is-Who der Smartphone-Apps. Wie die britische NGO Privacy International herausgefunden hat, schickt ein großer Teil der beliebtesten Handy-Apps ungefragt Privates an Facebook - selbst, wenn der User gar nicht Mitglied ist.

Die NGO hat 34 beliebte Android-Apps unter die Lupe genommen und den von ihnen produzierten Datenverkehr untersucht. Das für die Datenschützer verstörende Ergebnis, das jüngst auch am Hackerkongress „35C3“ des Chaos Computer Clubs präsentiert wurde: 21 der 34 Apps schicken Daten an Facebook, ohne den Nutzer um Erlaubnis zu fragen. Und zwar sogar dann, wenn dieser dort gar nicht Mitglied ist. Die Datenschützer vermuten, dass es sich mit iOS-Apps nicht anders verhält. Weil Apples Betriebssystem ihnen den Zugriff auf den Datenverkehr verwehrte, konnten sie diese These allerdings nicht abschließend prüfen.

Hunderte Millionen Android-User betroffen
Unter den Apps, die ungefragt Daten an Facebook schicken, sind international beliebte Programme wie die Taschenlampen-App Super-Bright LED Flashlight, der Streamingdienst Spotify, das Sprachlern-Tool Duolingo oder auch die Flugsuchmaschine Skyscanner. Manch eine der Apps läuft auf 500 Millionen Geräten weltweit. Grund für die Datenübertragungen sei, dass all diese Apps über Facebooks Entwicklerschnittstelle mit dem sozialen Netzwerk verbunden sind.

Bei den übertragenen Daten handelt es sich um werberelevante Infos, darunter eine Liste der installierten Apps, aus der sich Rückschlüsse auf die jeweilige Person ziehen lassen. Als besonders kritisch erwies sich in der Untersuchung die Reisesuchmaschine Kayak, welche die Flugsuchen der Nutzer inklusive Abflugs- und Zielort sowie bevorzugter Ticketklasse an Facebook übermittelte. Daraus lassen sich beispielsweise Infos über die Reisevorlieben und den finanziellen Status der User ableiten.

Nutzer werden nicht mal um Erlaubnis gebeten
Als besonders problematisch betrachten die Datenschützer den Umstand, dass die Daten an Facebook übermittelt werden, ohne dass der Nutzer - er muss nicht einmal Facebook-Mitglied sein - um Erlaubnis gefragt wird. Facebook selbst hat seinem SDK zwar eine Funktion gegeben, mit der sich der Versand der Daten durch die Entwickler um 35 Tage verzögern lässt, damit diese sich in diesem Zeitraum das Einverständnis der Nutzer holen können. Doch wenn der Entwickler keine Erlaubnis einholt, ändert das nichts an der Datensammelei.

Einige Entwickler der betroffenen Apps haben auf Anfrage von Privacy International Besserung gelobt. Die Wetter-App von The Weather Channel beispielsweise wird mittlerweile ohne das Facebook-SDK verteilt. Skyscanner hat die Übertragungen an Facebook unterbunden, Spotify will sich die Angelegenheit genauer ansehen. Privacy International fordert aber auch von Facebook und Google mehr Transparenz. Sie sollten die User selber über die Datenübermittlung durch Android-Apps entscheiden lassen.

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