Undurchschaubar

Beschwerden über Tarif-Wirrwarr häufen sich

Elektronik
26.01.2010 16:31
Undurchschaubare Tarifmodelle und immer längere Vertragsbindungen - die Beschwerden zum Thema Internet, Telefon und Handy nehmen zu: Allein im Bereich Internet stiegen die Anfragen in ganz Österreich von rund 30.000 im Jahr 2008 auf 40.000 im Vorjahr,so die Arbeiterkammer Wien am Dienstag.

Vor allem die unüberschaubare Tarifvielfalt mache den Österreichern zu schaffen, erklärte Daniela Zimmer von der Abteilung Konsumentenpolitik. So wurden bei einem Test im Vorjahr allein 67 Tarifmodelle für Handy-Verträge und Wertkarten (2008: 50), 87 fürs Internet (2008: 88) und 34 fürs Festnetz (2008: 29) gezählt - "und das sind nur die gängigsten", so Zimmer.

Auch die vertragliche Bindungsfrist gibt Anlass für Beschwerden: Gab es anfangs noch zwölfmonatige Bindungsdauern, ist man nun in der Regel bereits 24 Monate gebunden. Der Anbieter Orange brachte laut Zimmer Ende 2009 sogar sechs Tarife mit 36-monatiger Bindungsfrist auf den Markt. Ein Wechsel auf preisgünstigere Angebote sei somit nicht möglich.

Vorsicht vor dem Kleingedruckten
Viele Anbieter tricksen auch mit Blickfangwerbung: Schlagwörter wie "Unlimitiert", "0-Cent" oder "Grenzenlos" springen mit bis zu elf Zentimetern ins Auge; das Kleingedruckte hingegen ist meist in ein bis zwei Millimeter großen Fußnoten zu finden. 

Beschwerden seitens der Kunden gibt es laut Zimmer auch aufgrund unerwünschter Werbeanrufe und durch aggressives Telefonmarketing aufgedrängte Vertragsabschlüsse: "Die Betroffenen müssen dann auch noch einige Mühe aufwenden, um ungewollte Verträge wieder rückgängig zu machen."

Hohe Kosten bei Überschreitung des Datenlimits
Für hohe Rechnungen können auch mobile Internetprodukte sorgen, wenn im Grundpreis ein pauschaliertes monatliches Datentransfervolumen enthalten ist und darüber hinausgehend mengenabhängig verrechnet wird. Laut AK-Untersuchung kann demnach ein Megabyte in einer Pauschale 0,1 bis 2 Cent und außerhalb der Pauschale 10 bis 25 Cent kosten. 

Forderung nach übersichtlichen Tarifinfos
Die Konsumentenschützer fordern daher eine verpflichtende Herausgabe der wichtigsten Tarifinfos in übersichtlicher Form an Kunden bei Vertragsabschlüssen. Auch sollte die Zusendung von Standardrechnungen kostenlos sein und im Telekomgesetz geregelt werden, dass Internet-Betreiber vor Ausschöpfen der pauschalierten monatlichen Datenmenge ihre Kunden informieren müssen.

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