Eine Sprecherin kündigte jedoch an, Google werde in den kommenden Wochen das Gespräch mit der Regierung in Peking suchen. Berichte, wonach Angestellte in bezahlten Urlaub geschickt wurden, wies sie ebenfalls zurück. Auch sei ihr nicht bekannt, dass chinesischen Mitarbeitern der Zugang zu Codes verwehrt worden sei, wie einige Blogger berichtet hatten. "Alles geht seinen gewohnten Gang", betonte die Sprecherin. Das Unternehmen prüfe nach den Hacker-Angriffen von Mitte Dezember jedoch weiterhin seine internen Netzwerke.
Der weltweit größte Suchmaschinenbetreiber hatte nach massiven Hacker-Angriffen aus China auf seine Computersysteme mit einem Rückzug aus dem größten Internet-Markt der Welt gedroht und angekündigt, die Inhalte auf seiner Internetseite google.cn künftig nicht mehr filtern zu wollen.
Die Regierung in Peking bemühte sich daraufhin, den Disput herunterzuspielen, pochte jedoch auf die Einhaltung der chinesischen Gesetze. Die US-Regierung will in den kommenden Tagen auf diplomatischem Weg offiziell eine Erklärung von der chinesischen Regierung zu den Cyber-Attacken verlangen.
Auch Yahoo von Hacker-Angriffen betroffen
Unterdessen wurde am Wochenende bekannt, dass offenbar auch Yahoo von den Hacker-Angriffen betroffen ist. Das Unternehmen habe bereits vor einem entsprechenden Hinweis Googles von den Attacken auf die Systeme von US-Firmen gewusst, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.
Im Gegensatz zu dem größeren Konkurrenten habe Yahoo sich jedoch entschieden, nicht damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Noch ist nicht bekannt, ob bei Yahoo ebenfalls E-Mail-Konten geknackt werden sollten und ob die Attacken erfolgreich waren. Google hat erklärt, Hauptziel der Angriffe seien E-Mail-Konten von Menschenrechtsaktivisten gewesen.
Betroffene Konzerne schweigen
Der Suchmaschinenprimus geht davon aus, dass mindestens 20 große Unternehmen unter anderem über eine Sicherheitslücke in Microsofts Internet Explorer attackiert wurden. Seit Google die Angriffe am Dienstag vergangener Woche publik gemacht hat, haben jedoch lediglich Adobe Systems, Juniper Networks und Rackspace Hosting eingeräumt, ebenfalls Opfer von Hacker-Angriffen gewesen zu sein.
Die Mehrheit der betroffenen Unternehmen hat sich hingegen entschieden zu schweigen. Experten zufolge fürchten die Konzerne, dass mit dem Gang an die Öffentlichkeit technische Schwachstellen bekannt werden könnten. Zudem wollen sie ihre Chancen auf dem riesigen chinesischen Markt nicht durch Konflikte mit der Regierung gefährden.
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