Di, 25. September 2018

Dutzende Tote

06.06.2018 06:34

Guatemala: Fast 200 Vermisste nach Vulkanausbruch

Nach dem gewaltigen Vulkanausbruch mit Dutzenden Toten in Guatemala werden noch immer fast 200 Menschen vermisst. „Wir haben eine Zahl der Vermissten - es sind 192“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes, Sergio Cabanas, am Dienstagabend. „Wir kennen ihre Namen, ihr Alter und wissen, aus welchen Dörfern sie stammen.“

Die Rettungskräfte suchten auch zwei Tage nach dem Ausbruch an den Hängen des Volcan de Fuego (Feuervulkan) weiter nach Verschütteten. Nach der heftigen Eruption am Sonntag waren mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen.

Ganze Familien in Häusern verbrannt
Viele verbrannten offenbar oder erstickten an giftigen Gasen. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt. Bei den Bergungsarbeiten bot sich den Einsatzkräften ein schrecklicher Anblick: In einigen Häusern im Katastrophengebiet entdeckten sie ganze Familien, die bei dem Unglück ums Leben kamen.

Insgesamt 1,7 Millionen Menschen seien von dem Vulkanausbruch betroffen, hieß es. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. „Der Ausbruch war der stärkste seit vielen Jahren“, sagte der Direktor des guatemaltekischen Instituts für Vulkanologie, Eddy Sanchez. In den extrem schnell fließenden Strömen aus Asche, Gas, Gestein und Lava, die an der Bergflanke hinabgleiten, könnten die Temperaturen bis zu 400 Grad erreichen.

Erneute Explosion am Dienstag
Am Dienstag mussten die Helfer die Sucharbeiten vorübergehend einstellen, weil der Vulkan sich wieder regte. Nach einer erneuten Explosion wälzte sich Lava den Südhang des Berges hinab, wie der Katastrophenschutz des mittelamerikanischen Landes mitteilte.

Zudem wurde ein dichter Rauch- und Aschevorhang erwartet, wie das Institut für Vulkanologie des lateinamerikanischen Landes auf Twitter erklärte. Der Lavastrom könne heiße Gase absondern, weshalb das Gebiet unbedingt gemieden werden sollte.

Sechs Ortschaften im Gefahrengebiet wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes evakuiert. Ärzte, Helfer und Journalisten wurden aus der Region um den Feuervulkan in Sicherheit gebracht, wie die Feuerwehr von Guatemala-Stadt auf Twitter mitteilte.

„Ausgerechnet ärmste und abgelegenste Dörfer getroffen
Das katholische Hilfswerk Caritas richtete drei Notunterkünfte ein. „Diese Naturkatastrophe hat ausgerechnet zwei der ärmsten und abgelegensten Dörfer der Region am schwersten getroffen“, sagte der Referatsleiter für Lateinamerika, Claudio Moser. „Das Hauptaugenmerk unserer Helfer vor Ort gilt derzeit der Bergung der unzähligen Verschwundenen.“

Unterdessen kämpfen die Ärzte weiter um das Leben der Verletzten. 33 Patienten mit Verbrennungen dritten Grades wurden in den Krankenhäusern der Region behandelt, wie Gesundheitsminister Carlos Soto am Dienstag sagte. Am Mittwoch sollten mindestens sechs Schwerverletzte in Spezialkliniken in die USA gebracht werden.

Schwerster Ausbruch seit 40 Jahren
Der Volcan de Fuego ist einer von drei aktiven Vulkanen in dem mittelamerikanischen Land. Seit 2002 ist der etwa 3.700 Meter hohe Berg wieder verstärkt aktiv. Erst im Mai brach der Vulkan aus und löste eine Schlammlawine aus. Der Ausbruch vom Sonntag ist der schwerste des Feuervulkans seit 40 Jahren. In der Nähe des Bergs liegt auch die bei Touristen beliebte Stadt Antigua mit ihren Gebäuden aus der spanischen Kolonialzeit.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.