So, 21. Oktober 2018

Entwickler übt Kritik:

12.05.2018 14:59

„Ehen gehen kaputt und es sterben Menschen!“

Exzessive Überstunden, die Beziehungen in die Brüche gehen lassen und Menschen sogar in den Suizid treiben: In der Gaming-Branche liegt bei den Arbeitsbedingungen einiges im Argen. Das berichtet ein unabhängiger Spieleentwickler, der dafür kaum einzuhaltende Deadlines und profane Geldgier verantwortlich macht.

Für viele Gamer ist es der Traumberuf schlechthin: Spieleentwickler. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Wie jüngst schon aus der koreanischen Spielebranche verlautete, liegt bei den Arbeitsbedingungen in der Branche einiges im Argen. Eine Anschuldigung, die nun im Interview mit dem Branchenportal gamesindustry.biz ein weiterer Entwickler bestätigt.

„Wir machen uns wegen Fristen kaputt“
Scott Benson, Entwickler des Adventures „Night in the Woods“, kreidet dort an, dass innerhalb der Spielebranche Überstunden oftmals mit Leidenschaft verwechselt würden. Daran übt er scharfe Kritik. „Der Grund, wieso wir uns kaputt machen, ist nicht, dass wir lieben, was wir tun. Das sagen wir uns und erzählen es anderen Leuten. Aber ich habe für viele Dinge Leidenschaft und gehe daran nicht zugrunde. Wir machen uns wegen Geld und Fristen kaputt!“

Druck bei Großkonzernen und Indies groß
Zeitdruck und finanzieller Druck kämen dabei auf vielerlei Art zustande. Bei großen Publishern, die ihren Entwicklerstudios einen Veröffentlichungstermin diktieren und keine Verschiebungen dulden komme es genauso zu Stress wie bei kleinen unabhängigen Entwicklern, die ihre Projekte mittels Crowdfunding finanzieren und sich womöglich selbst schwer einzuhaltende Deadlines setzen.

„Kulturelle Sache, die wir bekämpfen müssen“
Benson appelliert an seine Branche, sich von diesem Arbeitsstil zu lösen. „Es ist eine kulturelle Sache, die wir bekämpfen müssen. Ich spreche unter anderem über diese Erfahrung, weil ich nicht möchte, dass sie als heldenhaft angesehen wird.“ Er habe wegen der krassen Überstundenbelastung in der Spielebranche schon Ehen zerbrechen sehen, sogar Selbstmorde von Entwicklern hat es schon gegeben.

 krone.at
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