Fr, 17. August 2018

Chance oder Gefahr?

09.01.2018 12:48

CES 2018: Künstliche Intelligenz für jedermann

Ob Verkehrschaos oder Krankheiten wie Krebs und Depressionen: Künstliche Intelligenz kann dem Menschen in Zukunft in immer mehr Lebensbereichen helfen - das ist die zentrale Botschaft der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, die am Dienstag offiziell begonnen hat. Kritiker warnen hingegen vor den Risiken, die das vermeintliche Allheilmittel der technischen Innovation birgt.

Rund 170.000 Besucher werden in den nächsten Tagen in der US-Glücksspielmetropole erwartet, 4000 Aussteller aus dutzenden Ländern zeigen ihre neuen Produkte. Ihre Botschaft ist klar: Der technische Fortschritt macht künftig nicht nur die Kommunikation der Nutzer einfacher, sondern ermöglicht ihnen auch ein unkomplizierteres, längeres und produktiveres Leben.

KI soll „Dinge lösen, die unlösbar waren“
Entscheidend sind dafür vor allem die zahlreichen neuen Möglichkeiten im Bereich des sogenannten maschinellen Lernens - intelligente Software, die auch selbst neue Software schreiben kann. Diese künstliche Intelligenz bedeute, "dass wir künftig Dinge lösen können, die vorher unlösbar waren", sagt Jensen Huang, Chef des Grafikkartenspezialisten Nvidia.

Entworfen wird in Las Vegas unter anderem die Vision einer Welt, in der selbstfahrende Autos zu jeder Zeit gerufen werden können. Staus oder die zeitraubende Suche nach Parkplätzen oder Tankstellen gehören dann der Vergangenheit an - drahtlos miteinander kommunizierende Autos widmen sich zuverlässig der Eintönigkeit des Straßenverkehrs und garantieren einen störungsfreien und effizienten Ablauf.

Das „Auto der Zukunft“ kommt aus China
Ein solches "Auto der Zukunft" stellt in Las Vegas etwa das Start-up Byton aus China vor. Das "intuitive und intelligente" Elektrofahrzeug soll ab 2020 weltweit für umgerechnet 37.000 Euro erhältlich sein - und dazu beitragen, Milliarden von im Stau vergeudeten Stunden einzusparen. Genutzt werden könnte diese Zeit "für andere Dinge, die so viel erfüllender sind", sagt Byton-Vizechef Hendrik Wenders.

KI soll helfen, Krankheiten zu erkennen
Robin Raskin, Leiter der CES-Sparte "Living in Digital Times" (Leben in digitalen Zeiten), verweist unterdessen auf die Fortschritte im Bereich Gesundheit und Medizin, insbesondere bei der Berechnung und Abwägung von Behandlungsmöglichkeiten. So wird auf der Messe etwa eine Technologie des Start-ups Righteye gezeigt, mit der die Augenbewegungen von Nutzern erfasst wird - und mit der sich Gehirnerschütterungen, Autismus und Parkinson-Erkrankungen entdecken lassen sollen.

Die Technik ermögliche "erstaunliche Einblicke" und könne das Gesundheitswesen, die Sport- und Fitnessindustrie revolutionieren, sagt Righteye-Mitgründer Adam Gross. In Zusammenarbeit mit Ärzten oder Trainern könnten die Daten genutzt werden, um Therapien oder Trainingsabläufe zu optimieren. "Das Potenzial dieser Technologie, das Leben von Menschen auf der ganzen Welt zu ändern, ist unglaublich und wirklich aufregend", schwärmt Gross.

Auch Lesley Rohrbaugh von der Consumer Technology Association (CTA) geht davon aus, dass die Behandlung von Krankheiten in den kommenden Jahren verstärkt durch Technik ergänzt wird. Nutzer könnten über eine Smartphone-App mit ihren Gesundheitsdienstleistern Kontakt aufnehmen und sich aus der Ferne untersuchen lassen. "Du kannst deinen Arzt sehen, ohne ihm wirklich ein Besuch abzustatten", sagt Rohrbaugh.

Auch Städte werden immer smarter
Die Städte der Zukunft werden der CES-Vision zufolge derweil immer smarter: Während sich immer größere Teile der Weltbevölkerung den großen Ballungsgebieten zuwenden, regeln dort Sensoren und über die Cloud vernetzte Kameras die Bedürfnisse der Bewohner und kümmern sich um die Müllentsorgung, Recycling oder Reparaturen. Unzählige weitere Aufgaben übernehmen Roboter - von Patrouillengängen an der Küste zur Bekämpfung von illegalem Fischfang bis zur Pflege der alternden Gesellschaft.

Kritiker warnen vor der dunklen Seite des Fortschritts: "Technologie wird als Allheilmittel angesehen", sagt Analyst Bob O'Donnell von Technalysis Research. "Aber sie kann auch gesellschaftliche Probleme verursachen." Sorgen gebe es etwa bei der Cyberkriminalität oder Schwachstellen wie den jüngst bekannt gewordenen Sicherheitslücken in Computer-Prozessoren. Der Optimismus der Branche könne sich so als "naiv" erweisen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Darf sich ausruhen“
Lionel Messi lässt Argentiniens Testspiele aus
Fußball International
Abschied nach Saison
Alonso: Darum kehrt er der Formel 1 den Rücken
Video Sport
Nach Lieferproblemen
2. WM-Stern: Neues Frankreich-Trikot endlich da!
Video Fußball
Hochzeit als Politikum
Putin sagte Kneissl schon am 19. Juli zu!
Österreich
Brücken-Drama
I: Innenminister fordert Absage von Serie-A-Start
Fußball International
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.