Leichtsinnig

Fast ein Drittel der Nutzer klickt auf Spam

Web
17.07.2009 10:34
Penisverlängerungen, Viagra und anderer Werbemüll: Täglich verstopfen Millionen Spam-Mails die Posteingänge. Doch wer ist eigentlich so leichtsinnig, auf diesen Junk zu klicken? Dieser Frage ging die amerikanische Messaging Anti-Abuse Working Group (MAAWG), eine Handelsvereinigung, die dem Missbrauch der Nachrichtenübermittlung nachspürt, nach. Das Ergebnis: Fast ein Drittel der 800 befragten Nutzer in den USA und Kanada gab zu, auf eine Nachricht geantwortet zu haben, obwohl sie annahmen, dass es sich um Spam handeln könnte. Ebenso alarmierend ist, dass etwa 80 Prozent der Anwender bezweifeln, dass ihr Computer jemals einem Virus, der ohne Wissen des Eigentümers Spam versendet oder anderen Schaden anrichtet, zum Opfer fallen könnte.

Die Untersuchungsdaten lassen das Bild von Anwendern entstehen, die zwar mit allgemeinen E-Mail-Bedrohungen vertraut sind, aber nicht unbedingt so wachsam oder vorsichtig sind, wie sie sein sollten, um sich aktiv gegen Spam, Online-Betrug und anderen E-Mail-Gefahren zu schützen. 

"Spamming hat sich von einer Aktivität einzelner Hacker, die mit einem Code spielen, zu einer gut entwickelten Schattenwirtschaft entwickelt, die sich von Computern seriöser Anwender nährt, um auf diese Weise zu verhindern, dass sie entdeckt wird. Die Anwender sollten den Gebrauch von E-Mail nicht scheuen, aber sie müssen computertüchtig sein und lernen, wie sie diese Probleme vermeiden können", sagte der Vorsitzender der MAAWG, Michael O'Reirdan.

21 Prozent der Nutzer schützen sich nicht vor Spam
Über zwei Drittel der befragten Anwender schätzten sich selbst in Bezug auf ihre Internetsicherheit als "sehr" oder "einigermaßen" sachkundig ein. Während die meisten Anwender Antivirus-Software verwenden und über die Hälfte angibt, nie auf verdächtigen Spam geklickt haben, fand die Untersuchung heraus, dass 21 Prozent keinerlei Maßnahmen ergriffen haben, um zu verhindern, dass missbräuchliche Nachrichten in ihrem Posteingang landen. Nur eine von sechs Personen sei dazu bereit, sich die Mühe zu machen und Spam zu melden. Umgekehrt sei die Anzahl der Menschen, die immer noch auf Spam antworte, bedauerlich, da dies einen wirtschaftlichen Anreiz für die Spammer darstelle.

E-Mail-Preisgabe führt in der Hälfte aller Fälle zu Spam
Ernüchternd auch das Ergebnis einer aktuellen Studie von US-Forschern der Indiana University, die untersuchten, wie das sogenannte Harvesting, also das "Ernten" von E-Mail-Adressen der Spammer funktioniert. Die Forscher veröffentlichten zu diesem Zweck 22.230 E-Mail-Adressen im Web und analysierten den daraus resultierenden Müllmail-Berg, wie "Technology Review" berichtet. Fazit: Wer seine Adresse im Web preisgibt, beispielsweise in Foren, muss in der Hälfte der Fälle mit Spam rechnen. Anders hingegen bei der direkten Eingabe der Adresse zur Registrierung: Hierbei würden nur die wenigsten respektablen Web-Angebote die Angaben an Spammer weiterleiten.

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