diNovo Desktop

Der Porsche unter den Tastaturen

Elektronik
11.12.2003 12:17
Es gibt Keyboards und es gibt das neue diNovo-Keyboard. Logitech stellt mit seiner neuer Designer-Tastatur nicht nur etwas fürs Auge sondern hat auch einige schlaue Ideen verwirklicht. Krone.at hat den Porsche unter den Eingabegeräten getestet.
Wunderschöner Blauzahn
Was zuerst ins Auge fällt, ist natürlich das hübsche flache Design des Keyboards, das wirklich edel und gut verarbeitet ist. Die Kollegen im Büro werden grün vor Neid. Doch dann fällt der Blick auf den Nummernblock, der als separate Eingabeeinheit neben dem Keyboard platziert wird. Was ist das eigentlich? Das sogenannte "Media Pad" ist das Herzstück von diNovo und verfügt über ein LCD-Display und kann in angenehmem Abstand zur Tastatur platziert werden und dient als Multimedia-Fernsteuerung . Ergänzt wird das Set von der optischen Maus MX900, die in Funktionalität, Ergonomie und Präzision begeistert. Erstmals setzt Logitech massiv auf den drahtlosen Funkstandard "Bluetooth". Dank Bluetooth-Verbindung kann der PC drahtlos mit anderen Geräten, wie drahtlosen Druckern oder PDAs kommunizieren. Die integrierte Mobile Phone Suite zeigt SMS vom Bluetooth-Handy an und ermöglicht die Bearbeitung der Kontakte am PC.
 
Nager als Stromfresser
Die Installation gestaltet sich etwas umständlicher als bei vielen anderen drahtlosen Systemen. Die Basis-Station wird per USB-Port an den PC angeschlossen und wird zudem mit der Steckdose verbunden, weil sie auch als Ladestation für die Maus dient. Sobald dem "Nager" der Saft ausgeht, schlägt eine kleine Anzeige in der Taskleiste Alarm und er muss in die Ladestation. Das kann sich mitten unter der Arbeit als sehr lästig erweisen. Am besten lässt man eine Reservemaus stets angeschlossen, was aber auch nicht Sinn der Sache sein kann. Während man mit normalen Funkmäusen meist monatelang arbeiten kann, ist das Logitech-Gerät ein richtiger Stromfresser. Zumindest muss man durch die Wiederauflade-Funktion keine neuen Batterien besorgen. Die MX900 besitzt kleine Zusatztasten um schneller zwischen Programmfenstern zu wechseln und schnell zu scrollen. Mit zwei Pfeiltasten kann man per Daumen in der Internet-History vor und zurück blättern.
 
Keyboard mit Shortcuts
Das Keyboard verfügt über Shortcut-Tasten, mit denen schnell Suchmaschinen geöffnet oder die Internet-Startseite aufgerufen werden kann. Praktisch ist die Lautstärken-Regelung und die Stummschaltung per Tastendruck. Startet man den PC neu oder nützt die Eingabegeräte nicht, brauchen die Eingabegeräte eine längere Reaktionszeit von mehreren Sekunden, um wieder in Betrieb zu kommen.
 
Multimedia-Fernsteuerung
Mit den Media-Tasten wird entweder der Logitech-eigene Player bildschirmfüllend gestartet oder wahlweise der MS Media Player. Das Media Pad besitzt die selben Funktionen und soll vor allem als Fernsteuerung dienen - etwa um vom Wohnzimmertisch aus Filme oder Musik am PC zu starten ohne sich aus den bequemen Kissen erheben zu müssen. Daneben verfügt das Pad über eine Taschenrechner-Funktion, die unabhängig vom PC funktioniert. Eine nette Idee ist die Anzeige von E-Mails und Messenger-Nachrichten auf dem LCD-Display, allerdings gibt es hier zu wenige Einstellungsmöglichkeiten, sodass dies nur ein kleines Spielzeug bleibt.
 
Fazit: Mit fast 300 Euro ist das diNovo der blanke Luxus und kostet fast soviel wie ein sehr günstiger PC. Für Menschen, denen Design und modernste Technik sehr wichtig ist, ist der Desktop gewiss trotzdem sehr attraktiv. Neben Schönheit gibt es praktische Zusatzfunktionen, die man nicht unbedingt braucht, aber auch nicht mehr missen möchte, hat man einmal Blut geleckt. Die umständliche Installation und die geringe Akkulaufzeit der Maus, sowie die langsame Ansprechzeit aus dem Ruhezustand sind ärgerlich, vor allem bei einem Gerät dieser Preisklasse.
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