"Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen ist sich gar nicht darüber bewusst, welchen Gefahren sie sich durch ihre Aktivitäten im Internet aussetzen", stellt Irmgard Hainz, Referentin bei der Aktion Jugendschutz der Landesarbeitsstelle Bayern, fest. Viel zu oft würden jüngere Nutzer unbedacht handeln und alle möglichen persönlichen Informationen im Web preisgeben. "Nacktfotos sind in dieser Hinsicht besonders gefährlich, da sie einmal womöglich unerwünschte Spätfolgen für die Betroffenen nach sich ziehen können. Es ist etwa kein Geheimnis mehr, dass heute viele Personalchefs bei der Jobvergabe vorab im Internet zu einem potenziellen Kandidaten recherchieren", merkt Hainz an. Ein auftauchendes Nacktfoto sei in diesem Zusammenhang sicherlich kein Pluspunkt auf der Karriereleiter.
"Mangelndes Gefahrenbewusstsein ist ein Problem, das wir generell beim Umgang der Jugend mit neuen Medientechnologien feststellen", erklärt Hainz. Um dieses zu schärfen, sollten Kinder bereits so früh wie möglich über die entsprechenden Gefahren aufgeklärt werden. "Sie müssen klar darüber Bescheid wissen, dass einmal online gestellte Inhalte später nicht wieder beliebig gelöscht werden können", erläutert Hainz. In dieser Hinsicht seien sowohl die Betroffenen selbst als auch die Eltern sowie die Bildungseinrichtungen gefordert.
"Die meisten Eltern wissen gar nicht darüber Bescheid, was ihre Sprösslinge im Netz überhaupt tun. Hier besteht noch einiges an Aufholbedarf", betont Hainz. Aber auch auf Seiten der Internetanbieter seien Verbesserungen notwendig. "Natürlich haben die Anbieter ein hohes Interesse daran, dass ihre Plattformen im Netz möglichst gut besucht sind. Gleichzeitig müssen sie aber sicherstellen, dass ungeeignete Inhalte auf ihren Webseiten für Minderjährige nicht zugänglich sind", so Hainz abschließend. (pte)
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