Spam-Schwund

Spam-Aufkommen massiv zurückgegangen

Web
14.11.2008 11:36
Die Schließung des US-amerikanischen Webhosting-Providers McColo hat einem Bericht der "Washington Post" zufolge zu einem deutlichen Rückgang des Spam-Aufkommens geführt. Nur mehr ein Drittel bis ein Viertel der zuvor üblichen Spam-Aktivität weist beispielsweise die Statistik der Plattform SpamCop aus. Offenbar haben Cyberkriminelle massiv das Hosting-Angebot von McColo genutzt. "Sie waren Host für die Computer, die in großen Botnetzen als Kommando- und Kontrollserver fungiert haben", erklärt Paul Wood, Senior Analyst bei MessageLabs. Jetzt sind große Spamschleuder-Botnetze deutlich beeinträchtigt.

Nachdem McColos Server vom Internet abgeschnitten wurden, beobachte MessageLabs eine Abnahme des Spam-Volumens auf ein Achtel des üblichen Werts. Zwölf Stunden wurde das extrem niedrige Niveau gehalten. "Das beweist, dass es massive Auswirkungen auf die globalen Spam-Aktivitäten hat, wenn Hauptmitglieder der Spam-Schattenwirtschaft ausgeschaltet werden", meint Wood. Etliche große Botnetze hätten durch das McColo-Aus offenbar wesentliche Server verloren. 

"Eine weitere Analyse unserer Messungen deutet darauf hin, dass die Aktivitäten von 'Mega-D' um 80 Prozent, die von 'Srizbi' um 60 Prozent und die von 'Rustock' um 50 Prozent abgenommen haben", sagt der Experte. Alle drei zählen zu den größten Botnetzen der Welt - "Srizbi" wurde im Mai von Marshal Limited mit geschätzten 60 Milliarden E-Mails pro Tag als größte Spamschleuder der Welt identifiziert.

Cyberkriminelle werden nicht kampflos aufgeben
"Es wird einige Tage dauern, ehe wir sicher wissen, wie die langfristigen Auswirkungen aussehen", meint Wood. Unter anderem liege das daran, dass bei vielen Botnetzen die tägliche Spam-Menge stark variiert und ein normales Tief zufällig mit dem McColo-Aus zusammenfallen könnte. "Sowohl 'Mega-D' als auch 'Srizbi' sind momentan stark betroffen", ist der Analyst aber überzeugt. Doch die Cyberkriminellen hinter den großen Spam-Netzwerken werden nicht kampflos aufgeben. "Die Hinterleute versuchen Wege zu finden, um die Kontrolle über ihre Botnetze wiederzuerlangen", sagt Wood. Wie schnell und effizient ihnen das gelingt, bleibt noch abzuwarten. (pte)

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