Die Wissenschaftler hatten sich die Aufgabe gestellt, das Geschäftsprinzip der Spam-Industrie und dessen Wirtschaftlichkeit zu erforschen. Wie die BBC berichtet, schlüpften der IT-Sicherheitsforscher Stefan Savage und sein Team hierfür selbst eine Zeit lang in die Rolle von Internetkriminellen. So brachten die Forscher etwa Teile des in Branchenkreisen bereits bekannten Botnetzes Storm unter ihre Kontrolle, um E-Mail-Spam zu verschicken.
"Nach 26 Tagen und an die 350 Millionen versendeten E-Mail-Nachrichten wurden nur 28 Käufe getätigt", schreiben die Forscher über ihre Untersuchungsergebnisse. Die Erfolgsrate liege demzufolge bei weniger als 0,00001 Prozent. Das angebotene "male enhancement product" - deutschsprachigen Internetnutzern wohl am ehesten unter dem Stichwort "Penisverlängerung" bekannt - sei zu einem Preis von knapp 100 Dollar pro Stück angeboten worden. "Rechnet man das alles zusammen, hätte unsere Aktion einen Gesamtumsatz von rund 2.732 Dollar (2.144 Euro) lukriert.
"Anders ausgedrückt ergibt das einen Profit von etwas weniger als 100 Dollar pro Tag", rechnen die Wissenschaftler vor. Auf den ersten Blick möge das zwar als sehr wenig erscheinen, man dürfe allerdings nicht vergessen, dass die Forscher lediglich einen kleinen Teil des Storm-Botnetzes analysiert haben. "Wenn man diese Ergebnisse auf das gesamte Storm-Netz hochrechnet, schätzen wir, dass dessen Betreiber rund 7.000 Dollar pro Tag bzw. 3,5 Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro) pro Jahr umsetzen", so das Forscherteam. (pte)
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