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Anonymous macht Daten von 25.000 Polizisten publik

26.09.2011, 13:22
Anonymous macht Daten von 25.000 Polizisten publik (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH, Wikipedia)
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH, Wikipedia
Neuer Schlag von Anonymous in Österreich: Nachdem es der heimische Ableger des international tätigen Hackerkollektivs zuletzt auf die Websites von SPÖ, FPÖ und Grünen abgesehen hatte, ist nun die Exekutive ins Visier geraten. Über Twitter veröffentlichte AnonAustria am Montag rund 25.000 Datensätze von österreichischen Polizisten.

Exakt 24.938 Datensätze der österreichischen Polizei - darunter Namen, Adressen und Geburtsdaten - veröffentlichten die Hacker über ihren Twitter- Account . Seitens AnonAustria heißt es über Twitter, dass die Daten der Gruppe zugespielt wurden: "Sagen wir mal, sie wurden uns zugänglich gemacht." Man selbst habe nie von einem "Hack" gesprochen.

Mit ihrer Aktion richten sich die Hacker offenbar gegen die von der Regierung beschlossene Vorratsdatenspeicherung, die mit April nächsten Jahres in Kraft treten soll. Diese sieht vor, dass sämtliche Telefon- und Internetverbindungsdaten für sechs Monate gespeichert werden, um der Polizei gegebenenfalls zu Fahndungszwecken zur Verfügung zu stehen. "Es hat doch niemand was zu verbergen, oder?", kommentierte AnonAustria hämisch.

Daten von polizeinahem Verein?

Laut dem Innenministerium stammen die Daten von einem polizeinahen Verein. "Wir ermitteln auf Hochtouren", sagte eine Sprecherin Montagmittag. Das Innenressort selbst sei von der Offenlegung der Datensätze nicht betroffen.

Kritik von FPÖ

Kritik kam umgehend von der FPÖ. Als "unglaublichen Skandal" bezeichnete der stellvertretende Vorsitzende des Datenschutzrates und Bundesvorsitzende der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher, Werner Herbert, die Veröffentlichung der Daten. "Egal, ob die Gruppe Anonymous durch einen Internet- Angriff oder - wie von ihr selbst behauptet - aus internen Kreisen des Innenministeriums in den Besitz dieser Daten gekommen ist: Dieser Skandal muss umgehend und umfassend aufgearbeitet werden. Die Schuldigen müssen zur Rechenschaft gezogen werden", forderte Herbert. Die Veröffentlichung lasse für die Vorratsdatenspeicherung Schlimmstes befürchten.

Auch Parteien schon im Visier

Anonymous und der Splittergruppe LulzSec werden Aktionen gegen PayPal, Sony und andere Unternehmen vorgehalten. Auch die Rechner des US- Geheimdienstes CIA und anderer Sicherheitsbehörden sollen von ihnen angegriffen worden sein. In Österreich sorgte das Kollektiv Anfang Juli für Schlagzeilen, als Mitglieder des heimischen Ablegers AnonAustria die Websites von SPÖ, FPÖ und Grünen kaperten und kurzzeitig lahmlegten.

Die Polizei, das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sowie das Bundeskriminalamt hatten sich daraufhin eingeschaltet. Erst vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft Wien bekannt gegeben, diesbezüglich nun nicht mehr allgemein, sondern gegen konkrete Personen zu ermitteln.

AG/red
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