Kurioser Zwischenstopp auf der Strecke Eisenstadt-Oberwart im Burgenland: Weil der Bus zu schnell war, musste der Chauffeur drei Minuten warten. Dahinter steckt nicht die Lust auf Nikotin, sondern eine Regel im Linienverkehr.
Mit Verspätungen kennen sich Busfahrgäste bestens aus. Dass ein Linienbus aber mitten auf der Strecke freiwillig anhält, weil er zu pünktlich unterwegs ist, dürfte wohl den wenigsten schon passiert sein. Genau dieses kuriose Erlebnis hatten kürzlich Fahrgäste auf der Linie B14 von Eisenstadt nach Oberwart.
Statt Gas zu geben, legte der Chauffeur rund zehn Kilometer vor Oberwart einen Zwischenstopp ein und zündete sich eine Zigarette an – natürlich nicht im Bus, sondern im Freien. Der Grund war allerdings nicht die Lust auf Nikotin, sondern der Fahrplan.
„Wir sind zu früh“
Auf die Frage der Fahrgäste, warum es plötzlich nicht weitergehe, folgte eine Antwort, mit der wohl niemand gerechnet hatte: „Wir sind zu früh.“ Rund drei Minuten musste der Bus warten, ehe die Fahrt fortgesetzt werden konnte.
Hinter dem ungewöhnlichen Halt steckt allerdings eine klare Regel im Linienverkehr. Wie die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) auf Anfrage der „Krone“ erklären, dürfen die Lenker eine Haltestelle „nie vor der geplanten Abfahrtszeit verlassen. Andernfalls kann eine Person, die pünktlich zur geplanten Abfahrtszeit zur Haltestelle kommt, nicht mehr mitgenommen werden“, so die VBB.
Damit die Lenker jederzeit wissen, ob sie dem Fahrplan voraus oder hinterher sind, haben sie ihre Fahrzeiten ständig im Blick. Über den Bordcomputer sehen sie in Echtzeit, ob sie exakt nach Plan unterwegs sind oder davon abweichen.
Sommer sorgt für freie Fahrt
Dass ein Bus überhaupt einmal seiner Zeit voraus ist, kommt laut Verkehrsbetriebe Burgenland allerdings nur äußerst selten vor. Normalerweise seien Busse eher einige Minuten verspätet unterwegs. Der ungewöhnliche Zwischenstopp sei vielmehr den Sommerferien geschuldet. Weil derzeit deutlich weniger Verkehr herrscht, kommen manche Busse schneller voran als üblich. Auf der Strecke Eisenstadt-Oberwart habe es heuer erst zum zweiten Mal einen Fall gegeben, bei dem ein Bus auf seine planmäßige Abfahrtszeit warten musste.
Warum der Fahrplan Vorrang hat
Für die Fahrgäste war der Halt jedenfalls ein ungewöhnliches Erlebnis. Die kurze Pause sorgte zunächst für verwunderte Blicke, zeigte am Ende aber, wie genau der Fahrplan im Linienverkehr genommen wird. Denn für die VBB gilt: Lieber wartet ein Bus drei Minuten auf einem Parkplatz, als dass er eine Haltestelle zu früh verlässt und Fahrgäste zurückbleiben.
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