Do, 14. Dezember 2017

Marke "Ryonghung"

01.06.2017 06:31

Dreiste Kopie: Nordkorea baut sein eigenes iPad

Technik ist rar in Nordkorea. Nur wenige können sich Smartphone, PC oder Tablet überhaupt leisten und wenn sie ein Gerät kaufen, handelt es sich um eines mit vorinstallierter Überwachungssoftware eines staatlichen Herstellers. Ausländische Produkte findet man kaum. Auf das iPad will man im Nordkorea des Kim Jong Un trotzdem nicht verzichten - und baut kurzerhand ein eigenes.

Apple wird das Ryonghung iPad, das die Nordkoreaner laut "Mashable" in ihrem Exportmagazin Foreign Trade präsentiert haben, nicht sonderlich gefallen. Bis auf den Namen hat das Gerät mit dem Original aus Cupertino aber wenig gemeinsam. Während Apple sein iPad mit starker Hardware spickt und aus Metall fertigt, handelt es sich bei der koreanischen Kopie um ein Einsteigergerät im Plastikgehäuse.

Konkret bietet das nordkoreanische iPad einen 1,2 Gigahertz schnellen Prozessor, ein Gigabyte RAM und acht Gigabyte Flash-Speicher. Immerhin: Es hat einen HDMI-Anschluss und kommt mit einem Tastatur-Cover. In dem nordkoreanischen Magazin heißt es, das Gerät habe bei der nationalen Messe für Hightech und Wissenschaft viel Aufsehen erregt.

Nordkorea hat sogar sein eigenes Betriebssystem
Es ist nicht das erste Tablet aus nordkoreanischer Fertigung. In den vergangenen Jahren tauchten immer wieder nordkoreanische Geräte - vom Smartphone bis zum Tablet - in ausländischen Medien auf, tatsächlich hat das abgeschottete stalinistische Land sogar sein eigenes Linux-Betriebssystem entwickelt. Beim Ryonghung iPad handelt es sich aber um das erste Gerät aus Nordkorea, bei dem sich der Hersteller schamlos an einem fremden Markennamen bedient.

Gut möglich, dass die Firma dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un mit der Namensgebung imponieren wollte. Der gilt nämlich als ausgewiesener Apple-Fan, soll in seinem Arbeitszimmer einen iMac stehen haben. Und er ist nicht der erste Kim, der auf Computer des Klassenfeinds in Cupertino schwört: Sein Vater Kim Jong Un soll seine Geschäfte auf einem 15-Zoll-Macbook erledigt haben.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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