In Lebensgefahr

An Walrettung beteiligte Tierärztin liegt im Koma

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Von krone.at

Der gestrandete Ostseewal „Timmy“ hat eine weitere Nacht in der Wismarer  Bucht überlebt – indes herrscht Sorge um eine an der Rettungsaktion beteiligte Tierärztin. Janine Bahr-van Gemmert musste am Montag ins Spital gebracht werden. Nach einer Notoperation befindet sich die Veterinärin im Koma, es herrscht Lebensgefahr. 

Wie die Mitinitiatorin der Wal-Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, im Sender NDR erklärte, litt Bahr-van Gemmert an „Kreislaufsymptomen, Schlaganfall-Auffälligkeiten“. Die Rettung habe aber „fantastisch reagiert“ und wohl das Leben gerettet. Der Zustand der Tierärztin sei ernst. „Sie musste dringend notoperiert werden, ist noch nicht außer Lebensgefahr, befindet sich im Koma“, erklärte Walter-Mommert.

Livestream zum Wal „Timmy“: 

Eine andere Tierärztin, Jenna Wallace, erklärte auf Instagram, ihr Herz sei bei der kranken Kollegin und ihrer Familie. „So eine süße, lustige, tolle Frau Sie war einfach zu gestresst ... Ich musste sie am Tag nach meiner Ankunft beiseite ziehen, weil sie vor dem ganzen Druck und der Frustration zu weinen begann. Es tut mir so leid für sie, sie hat das nicht verdient.“

„Timmy“ wird von Helfern befeuchtet, damit er nicht austrocknet.
„Timmy“ wird von Helfern befeuchtet, damit er nicht austrocknet.(Bild: APA/dpa/Jens BŸttner)

Der niedrige Wasserpegel erschwert die Rettungsaktion des Meeressäugers. Dieser sei „kurzatmig“, wie der Umweltminister Till Backhaus am Vortag erklärte. Auch in der Nacht war es ihm nicht möglich, sich freizuschwimmen. „Timmy“ bewegt sich jedoch noch, wie ein Livestream zeigt.

Tierärztin Wallace postete Bilder von der erkrankten Kollegin:

Freigespülte Kuhle erschwert Wal das Freischwimmen
Am Dienstag wurde Schlick unter dem Meeressäuger abgesaugt, damit er tiefer im Wasser liegt – sonst droht der Wal von seinem eigenen Gewicht erdrückt zu werden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erklärte, dass der Wasserstand 20 Zentimeter unter dem normalen Niveau liege – dieser soll zu Mittag wieder steigen. Der Wal liegt aber nun in einer künstlich freigespülten Kuhle, das könnte ihm erschweren, sich selbst aus der Situation zu befreien. 

Neue Tierärztin eingetroffen
Auch am Mittwoch wurde der Sand unter „Timmy“ weggespült. Dazu wurden Unterwasser-Scooter eingesetzt, die mit der Wasserströmung der Propfeller den Schlamm aufwirbeln sollen. Auch ein Bagger wurde in der Nähe des Wals gesehen, der vermutlich den Weg für das Tier freischaufeln soll. Auch eine neue Tierärztin traf am Schauplatz ein. „Ich habe meine Praxis in Hattersheim geschlossen und kann mich jetzt ganz auf den Wal konzentrieren. Ich warte jetzt auf Anweisungen und schaue, wann ich zum Wal herausfahren darf“, erklärte Kirsten Tönnies. „Ich war einem Wal noch nie so nah. Aber ich mache gern etwas Neues.“ 

Der Wal wird mit feuchten Tüchern bedeckt.
Der Wal wird mit feuchten Tüchern bedeckt.(Bild: APA/dpa/Jens BŸttner)

„Timmy“ soll gefüttert werden
Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Rettungsaktion nicht aussichtslos sei. Experten sprachen sich dafür aus, den Wal in Ruhe zu lassen. Eine private Initiative will den Wal füttern, damit er wieder zu Kräften kommt. Das Vorhaben wurde bereits geprüft und genehmigt. 

Auch Wallace erhob schwere Vorwürfe. Andere Retter hätten „erste echte Chance auf Freiheit direkt (…) zunichtegemacht“. Sergio Bambarén, Schriftsteller und Vizepräsident der Umweltschutzorganisation „Mundo Azul“ und Influencer Danny Hilse würden den Einsatz gefährden. „Die Retter kämpfen mit Einschränkungen, mit heftigsten Einschränkungen. Und dann gibt es zwei komplett lächerliche Menschen in diesem Team, die da auf keinen Fall reingehören“, erklärte die Tierärztin, die bereits abgereist ist. 

Zuletzt wurden große Sandsäcke, sogenannte Big Bags, aufgestellt, „um aufgrund der Wassersituation eine Art Korsett aufzubauen“, erklärte Backhaus. Diese sollen „Timmy“ daran hindern, in noch seichteres Wasser zu rutschen. 

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