02.05.2007 12:39 |

Heiße Luft

Blauer Dunst schadet der Potenz

Noch immer rauchen Schätzungen zufolge 2,3 Millionen Österreicher! Mehr als ein Viertel der Bevölkerung. 9000 Menschen müssen jährlich am Tabakkonsum sterben. Diese Zahlen beeindrucken jedoch die wenigsten, die dem blauen Dunst verfallen sind. Dass die Gefäße sich durch die Zigaretten krankhaft verändern, zeigt sich jedoch nicht nur an der vielen schon bekannten erhöhten Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall - auch die "Männlichkeit" kann unter Nikotinkonsum leiden.

"Rauchen ist ein starker Risikofaktor für Erektionsstörungen, der erektilen Dysfunktion. Unter den betroffenen Männern finden sich doppelt so viele Ex-Raucher wie unter Männern, die nie einen Zug genommen haben", betont Univ. Doz. Dr. Eugen Plas von der Urologischen Abteilung im Krankenhaus Lainz in Wien. "Das Auftreten von Potenzproblemen muss außerdem als erstes Warnsignal für eine Gefäßerkrankung im gesamten Körper gesehen werden." In einer Studie wurde bei betroffenen Männern ein Belastungs-EKG durchgeführt. Bei mehr als der Hälfte fanden sich Gefäßerkrankungen. Ähnliche Resultate erbrachten auch andere Untersuchungen: Die getesteten Männer mit Erektiler Dysfunktion (ED) hatten im Vergleich zu potenten Männern ein um 65 Prozent höheres Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu erleiden. Auch die Gefahr für einen Schlaganfall war um 43 Prozent höher als bei normaler Funktion. 

Auch die Anzahl der gerauchten Zigaretten hängt mit der Potenz zusammen. Erst kürzlich berichtete eine australische Medizinergruppe, dass die ED umso stärker auftritt, je mehr Glimmstängel täglich "gequalmt" werden. Unter den Männern, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchten, litten deutlich mehr unter Erektionsstörungen. Wer außerdem sehr lange raucht oder geraucht hat, nämlich 20 Jahre, muss ebenfalls damit rechnen, beim Liebesspiel Probleme bekommen zu können. Das Risiko dieser Männer, an ED zu erkranken, ist gegenüber Nichtrauchern um 70 Prozent erhöht. 

Rauchstopp ist gut für die Liebe
"Trotzdem hat sich gezeigt, dass durch eine sofortige Absage an die Zigarette eine Wiederherstellung der sexuellen Funktion erreicht werden kann", macht Prof. Plas Mut. "Bei 25 Prozent der Ex-Raucher verbesserte sich innerhalb eines Jahres die Erektionsfähigkeit." Trotzdem weiß man nicht, ob die erlittenen Nikotinschädigungen zur Gänze wieder gut zu machen sind.  

Wichtig ist auch der Schutz von Nichtrauchern. Das Risiko von Passivrauchern, an ED zu erkranken, war nämlich ebenfalls leicht erhöht.  

Schaden auch für die weibliche Sexualität
Rauchen stellt nicht nur für die männliche, sondern auch für die weibliche Sexualität einen Risikofaktor dar. Es fehlen bis jetzt zwar konkrete Studien, jedoch sind sich Experten sicher, dass auch die Lust der Frauen von den schädlichen Auswirkungen des Nikotins nicht verschont bleibt. Hier dürfte ebenfalls ein sofortiger Rauchstopp hilfreich sein.  

Prof. Plas: "Am besten ist es natürlich, nie mit dem Rauchen anzufangen, um all seine Langzeitschäden zu vermeiden. Vor allem der Jugend sollten deswegen die negativen Folgen der Zigaretten vor Augen geführt werden. Erschreckend ist nämlich, dass 28 Prozent der Mädchen und 32 Prozent der Burschen im Alter von 13 bis 14 Jahren bereits zum Glimmstängel greifen. Die Spätfolgen zeigen sich natürlich erst viel später." Viele Jugendliche glauben außerdem, dass die Zigaretten die sexuelle Funktion verbessern können. Dieses Gerücht entbehrt allerdings jeder Grundlage.

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