05.02.2007 13:11 |

Hust! Schnief!

Wir werden nicht wegen der Kälte krank

Ein bis zwei Mal pro Jahr muss man mit einer Erkältung rechnen, bei vielen war es sogar schon in diesem Jahr der Fall. Woher kommt es aber, dass man sich alle Jahre wieder mit Erkältungsmedikamenten eindecken muss? Im Gegensatz zur landläufigen Meinung stammt das Wort Erkältung nicht von Kälte. In fast jeder Sprache wird die Erkrankung jedoch davon abgeleitet. Engländer nennen sie "Cold", Norweger sagen "forkjolelse" (von kühl), und sogar im Hindu bezeichnet das Wort "sardi" sowohl abkühlen als auch Erkältung. Aber der Volksglaube hat sich als Aberglaube heraus gestellt.

In einem Experiment, das bereits 1950 abgehalten wurde, konnte man zeigen, dass Erkältungen nichts mit niedrigen Temperaturen zu tun haben: Versuchspersonen mussten zuerst baden und dann 30 Minuten mit nasser Badekleidung in der Kälte stehen. Schließlich bekamen sie Viren in die Nase geträufelt. Ebenso erging es einer Kontrollgruppe, die sich die ganze Zeit im Warmen aufgehalten hatte. Ergebnis: Die Ansteckungsrate war in beiden Gruppen gleich hoch. Weder die Wahrscheinlichkeit noch der Schweregrad der Verkühlung wurde durch Kälte beeinflusst. 

Keine Angst vor Kälte!
Schuld an der Erkältung sind also nicht unbedingt niedrige Temperaturen. Das Einatmen kalter Luft kann allerdings die Immunzellen auf den Schleimhäuten der Atemwege bremsen, und somit die Immunantwort etwas schwächen. Viel gefährlicher ist jedoch, dass sich im Winter die meisten Menschen überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten. Dadurch sind die Übertragungswege für die Krankheitserreger sehr einfach. Eine Grundregel lautet daher: Auch in Erkältungszeiten öfter gründlich lüften - und nicht aus Angst vor Kälte die Fenster verschlossen lassen. 

Ist nämlich dann auch noch das Immunsystem geschwächt, finden die Keime ideale Bedingungen vor, sich im Körper ungehindert auszubreiten und eine Verkühlung zu verursachen. 

Du hast es selbst in der Hand...
Ob man zu Erkältungen neigt, beeinflusst man zum Großteil selbst. Denn nur wer sein Immunsystem "pflegt", den kann es auch vor Erregern schützen. Viel Obst und Gemüse, ausreichend Bewegung, genügend Schlaf und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Nicht jeder schafft es allerdings, mit seiner täglichen Ernährung eine geeignete Vitalstoffversorgung sicherzustellen. Einseitige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten schwächen unsere Abwehrkräfte. Obst und Gemüse enthalten im Winter oftmals keine ausreichenden Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Daher ist es manchmal sinnvoll, vor und während der Grippesaison Nahrungsergänzungen zuzuführen. Die sollten allerdings natürlich, nicht chemisch sein. 

Fast immer sind es Viren, die unser Immunsystem angreifen. Diese Krankheitserreger sind eigentlich keine eigenständigen Lebewesen. Sie können sich ohne Wirtszelle nicht vermehren. Viren bestehen nur aus Erbinformationen in einer Hülle. Gelangen sie aber in die Atemwege, dringen sie in den Zellkern ein, geben ihr genetisches Erbmaterial ab und zwingen die Zelle zur Virenproduktion. 

Die Erreger befallen nur einen kleinen Teil der Schleimhäute. Allerdings hat der Körper ein Problem mit der Selbstheilung. Da das Virus in der Zelle sitzt, kann es auch nur sehr schwer abgetötet werden. Das ist der Grund, warum eine harmlose Erkrankung so lange dauern kann. Eine Unterstützung der Abwehrreaktion mit Medikamenten oder Naturheilprodukten ist daher besonders im frühen Stadium wirksam. 

Mehr Tipps gegen die Erkältung siehe Linkbox!

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