Spacey, Pilz & Co.

Die bekanntesten Fälle der #metoo-Kampagne

Medien
11.11.2017 07:02

In den letzten Wochen entwickelte sich rund um dem Hashtag #metoo eine Kampagne gegen sexuellen Missbrauch, im Rahmen derer sich immer mehr Opfer männlicher Promis meldeten sich öffentlich zu Wort. Losgetreten wurde diese Sache durch den Missbrauchsskandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein.

Weinstein soll im Jahr 2010 die US-Schauspielerin Paz de la Huerta in ihrer Wohnung vergewaltigt haben. Robert Boyce, Ermittler der New Yorker Polizei, erklärte, sie habe "einen glaubwürdigen und detaillierten Bericht vorgelegt". Demnach soll der Produzent darauf bestanden zu haben, noch auf einen Drink in die Wohnung der Schauspielerin mitkommen zu dürfen, nachdem er sie nach Hause brachte.

Dort angekommen soll er sie aufs Bett gedrückt und vergewaltigt haben. Während die New Yorker Polizei die Ermittlungen aufnham, meldeten sich immer mehr Schauspielerinnen, die Weinstein belästigt haben soll, unter dem Hashtag #metoo. Nun stellte sich heraus, dass der Produzent sogar Ex-Mossad-Agenten auf Frauen angesetzt haben soll, um zu verhindern, dass weitere Vorwürfe ans Licht kommen.

Diese und weitere Schauspielerinnen meldeten sich unter #metoo:

Dutzende Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung bis hin zu Vergewaltigung vor. (Bild: AFP)
Dutzende Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung bis hin zu Vergewaltigung vor.

Kevin Spacey soll männliche Kollegen belästigt haben
Auch der US-Schauspieler Kevin Spacey sieht sich mit zahlreichen Belästigungsvorwürfen konfrontiert. Bei ihm handelt es sich aber nicht um weibliche Opfer. Im Oktober erhob Schauspieler Anthony Rapp Vorwürfe, wonach ihn Spacey vor gut 30 Jahren - Rapp war damals 14 - sexuell belästigt haben soll. Für besonders viel Kritik sorgte Spaceys Coming-out, das Just nach Rapps Vorwürfen kam. Schauspielkollegen und Fans warfen ihm vor, er wolle damit von den Belästigungsvorwürfen ablenken.

Kevin Spacey (Bild: EPA)
Kevin Spacey

Nach und nach meldeten sich anschließend weitere ehemalige und aktuelle Kollegen des "House of Cards" Stars. Eben das wird er nicht mehr lange sein: Netflix trennte sich von Spacey und legte die Dreharbeiten zur sechsten Staffel der Erfolgsserie auf Eis.

Auch Peter Pilz mit Vorwürfen konfrontiert
Die #metoo Kampagne machte auch vor Österreich nicht halt. Listengründer Peter Pilz soll im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach 2013 eine Mitarbeiterin der Europäischen Volkspartei alkoholisiert belästigt haben. Er zwar an, sich nicht daran erinnern zu können, verzichtete aber dennoch auf sein Nationalratsmandat, weil es zwei Zeugen geben soll.

(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER, stock.adobe.com, krone.at-Grafik)

Anfang November wandte sich eine ehemalige Mitarbeiterin der Grünen an die Gleichbehandlungsstaatsanwaltschaft. Auch sie behauptet, von Pilz belästigt worden zu sein. Besonders brisant: Diese Vorwürfe kamen nur wenige Tage nach Bekanntwerden von Pilz‘ Kandidatur bei der Wiener Landtagswahl 2020. Der erfahrene Politiker stellte daraufhin politisches Kalkül in den Raum.

"Vorläufiger" Rücktritt - Kolba interimistischer Klubobmann
Da der Listengründer sein Nationalratsmandat am Donnerstag nicht annahm, ist Peter Kolba zum interimistischen Klubobmann der Liste Pilz gewählt worden. Pilz arbeitet aber bereits an seinem Comeback: Sollte der Eurofighter-U-Ausschuss bald starten, könnte er als parlamentarischer Mitarbeiter dabei sein. Seinen Rücktritt bezeichnet er ohnehin nur als "vorläufig".

(Bild: krone.at)

EU: Verträge gegen Sex
Besonders schockierende Meldungen gab es aus dem Umfeld des EU-Parlaments in Straßburg. So sollen zum Beispiel junge Frauen zu Abendessen oder in Bars geschickt worden sein, um mit sexuellen Gefälligkeiten Entgegenkommen bei Gesetzestexten zu erwirken. Ein Mitarbeiter des EU-Parlaments hatte erzählt, von Abgeordneten aufgefordert worden zu sein, ihnen Prostituierte zu besorgen.

Abgeordnete protestieren gegen sexuelle Belästigung im EU-Parlament. (Bild: AFP)
Abgeordnete protestieren gegen sexuelle Belästigung im EU-Parlament.

GB: Selbstmord nach Belästigungsvorwürfen
Ähnliche Dimensionen erreichte der Skandal in Großbritannien. Zahlreiche Politiker, darunter ein Dutzend Parlamentarier der Konservativen und der Labour-Partei, wird vorgeworfen, Frauen sexuell belästigt zu haben. Verteidigungsminister Michael Fallon trat zurück, nachdem ihm vorgeworfen wurde, 2002 einer Journalistin mehrfach ans Knie gefasst zu haben.

Michael Fallon ist über einen Vorfall vor 15 Jahren gestolpert. (Bild: AFP, stock.adobe.com, krone.at-Grafik)
Michael Fallon ist über einen Vorfall vor 15 Jahren gestolpert.

Ein Walisischer Regionalminister trat ebenfalls zurück und wurde von der Labour Partei ausgeschlossen. Nur wenige Tage später wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Berichten zufolge handelte es sich dabei um Selbstmord.

Thomas Zeitelberger
Thomas Zeitelberger
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